Roman ist ihrer Großtante gewidmet

Erika Rode-Janho aus Elbersdorf hat ihr erstes Buch veröffentlicht

Auch das Titelbild hat sie gestaltet: Erika Rode-Janho aus Elbersdorf mit ihrem Erstlingswerk. Foto:  Pflug

Elbersdorf. Die 77-jährige Elbersdorferin hat auf 316 Seiten aus Geschichte, Geschichten und Gedichten das Porträt einer Frau zusammengesetzt, die als Alleinstehende ohne Kinder aber mit Nebenjob Anfang des 20. Jahrhunderts außergewöhnlich war.

„Sie war eine Ausnahmeerscheinung“, sagt Erika Rode-Janho über Anna, ihre Großtante und die Hauptfigur ihres ersten Romans. Rode-Janho mischt Geschichtliches und Fiktion in ihrem Erstlingswerk. Das Buch ist ihrer Großtante Anna Katharina gewidmet, die gleichzeitig die Inspiration für die Hauptfigur ist. Wenn sie von der Großtante erzählt, schwingt viel Wärme in ihrer Stimme mit. Die Tante habe den Vater und seinen Bruder großgezogen und sich auch immer um Rode-Janho und ihren Bruder gekümmert, und das neben der Arbeit als Hemdenbüglerin.

Noch immer erinnert sich die 77-Jährige an Märchen, die die Tante erzählte, an ihren Gesang, den Geruch von Kochstärke und Bratäpfeln. Das Leben der Tante ist der Anker der Geschichte und Orientierung, doch gleichzeitig hält Rode-Janho es mit Platon, der einst sagte: „Erinnerungen (sind) in Wahrheit Interpretationen von Interpretationen“. Teile der Handlung und die Personen sind frei erfunden.

Einige der Handlungsstränge basieren auf realen Ereignissen und so gewinnt der Leser einen Einblick in den dörflichen Mikrokosmos. Doch das nicht ohne Distanz, denn immer wieder findet man erklärende Einschübe und Fußnoten mit Hinweisen auf Geschichtsbücher und historische Quellen. Geschichte begeistert Rode-Janho, die eigentlich Grafikdesignerin ist. Nach ihrer Verrentung hat sie noch acht Semester Geschichte an der Uni Kassel studiert. „Geschichte fasziniert mich. Ich wollte etwas lernen, weil ich eigentlich fast nichts wusste“, sagt die Mutter dreier Töchter. In der Schule sei Geschichte immer etwas gewesen, wo man viel auswendig lernte und wenig verstand.

Neben Geschichte ist ihre große Leidenschaft das Schreiben. „Ich schreibe seit Jahr und Tag. Eigentlich immer schon“, sagt Rode-Janho. Es zwinge sie dazu, ihre Gedanken zu sortieren und sei auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Außerdem schreibe sie an gegen das Vergessen von Geschichten und besonders Menschen wie der Großtante. Hat sie anfangs fast nur Gedichte geschrieben, haben sich inzwischen in ihren Schubladen einige Manuskripte angesammelt.

Die Motivation zur Veröffentlichung sei durch ein Schreckmoment gekommen: „Ich war im Krankenhaus und habe mir gedacht, ich muss das jetzt auf die Schiene bringen“.

Es sei ein Art Zwang gewesen, getrieben vom dem Gedanken, vielleicht nicht mehr soviel Zeit zu haben. Daher hofft sie, in Zukunft noch einige ihrer Geschichten veröffentlichen zu können. (mia)

Information: Das Buch „Anna - Nachts träume ich meine Seidenflügel“ kann auf www.book-on-demand.de für 12,90 Euro bestellt werden.

Quelle: HNA

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