29-Jährige arbeitet zurzeit bei B.Braun

Erin Armstrong aus den USA  fühlt sich wohl in Melsungen

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Fühlt sich wohl: Erin Armstrong aus den USA lebte lange Zeit in Vietnam und arbeitet nun bei B.Braun in Melsungen. Besonders die deutschen Weihnachtsmärkte haben es ihr angetan.

Melsungen. Erin Armstrong fühlt sich in Melsungen, wie in einem Märchenland. Die Fachwerkhäuser und das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt: „Melsungen ist für Amerikaner wie Disney-World“, sagt die 29-Jährige. Sie arbeitet seit Juli vergangenen Jahres bei B.Braun.

Dort ist sie im Bereich Sterilisation tätig. Viel Zeit hat sie allerdings noch nicht in Deutschland verbracht. Einen Großteil der letzten sechs Monate war die 29-Jährige auf Geschäftsreise in Brasilien.

Eigentlich stammt Erin Armstrong aus Memphis. Das liegt im US-Bundesstaat Tennessee. Wenn sie über das Leben in Deutschland redet, vergleicht sie es allerdings auch mit dem in Vietnam. Dort wohnte Erin Armstrong bevor sie zu B.Braun nach Melsungen kam. „Ich lebe jetzt schon so lange außerhalb der Staaten, dass ich davon gar nichts mehr vermisse“, sagt sie.

Mit ihrem Universitätsabschluss in der Tasche zog es sie 2006 nach Hanoi. Dort klopfte sie an die Tür von B.Braun und fragte nach einem Praktikum in Deutschland. Geworden ist daraus ein Arbeitsplatz. „Als ich noch in Amerika war, kannte ich
B.Braun gar nicht“, gesteht die 29-Jährige.

Nun wohnt sie in Kassel und fährt jeden morgen zur Arbeit nach Melsungen. „Die Leute sagen immer, Kassel ist hässlich, aber mir gefällt es hier“, sagt Erin Armstrong. Alles was sie braucht ist direkt um die Ecke und die Straßenbahn bringt sie schnell überallhin. Auch die Fahrt zur Arbeit macht ihr jeden Morgen aufs neue Spaß.

„Hier gibt es viel mehr Hügel als in Amerika“, sagt sie. Das sei gleich ein ganz anderes Fahrgefühl als immer nur auf gerader Strecke. Und auch das Gefühl in Deutschland geblitzt zu werden ist ein anderes: „Hier sind die Strafzettel viel günstiger“, sagt Erin Armstrong. Zu schnell fahren, möchte sie aber trotzdem nicht mehr.

Tücken des Straßenverkehrs

Der Straßenverkehr in Deutschland hat auch seine Tücken, musste die 29-Jährige feststellen. Die Vorfahrtsregel rechts vor links gibt es in den USA nicht. Da muss nur an Stopp-Schildern und Ampeln gehalten werden, erklärt die Amerikanerin. „Wenn man in Deutschland kein Verkehrschild weit und breit sieht, sollte man besser aufpassen“, so die Erfahrung von Erin Armstrong. Melsungen hat für die Amerikanerin für eine kleine Stadt richtig viel zu bieten.

Allein die Auswahl an Restaurants sei riesig. Und auch auf ihr Lieblingsessen muss sie hier nicht verzichten: Asiatisch. Auch mit der deutschen Bratwurst hat Erin Armstrong sich angefreundet. „Grillen ist ein gutes Hobby der Deutschen“, sagt die 29-Jährige. Besonders gut schmeckt ihr Quark. „Dafür gibt es im Englischen noch nicht mal ein Wort“, sagt Erin Armstrong.

Die Amerikanerin mag es, in den Supermarkt zu gehen und Essen zu kaufen, dass es in ihrem Heimatland nicht gibt. Allerdings war das anfangs auch immer etwas stressig für sie. „Die Kassierinnen hier arbeiten so schnell“, sagt Erin Armstrong.

So kam es mehr als einmal vor, dass die 29-Jährige noch beim Einpacken der Sachen war und ihr schon der Kassenzettel präsentiert wurde. Das Bezahlen stellte sie vor das nächste Problem: „Hier gibt es so viele unterschiedliche Münzen“, sagt Erin Armstrong. Und die sehen sich noch dazu alle ähnlich. Da seien die anderen Kunden in der Schlange schonmal ungeduldig geworden. Aber das Problem ließ sich schnell lösen: „Im Supermarkt bezahle ich jetzt mit der Karte“, sagt die 29-Jährige.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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