Gemeinde enthüllt Gedenktafel vor ehemaliger Synagoge

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Neue Gedenktafel in Guxhagen: Kirche, Gemeinde und die Gedenkstätte Breitenau enthüllten die von Michael Bossinger entworfene und hergestellte Arbeit am Mittwoch.

Guxhagen. An die jüdische Ärztin Dr. Lilli Jahn, die 1943 im Arbeitserziehungslager Breitenau inhaftiert war, erinnern in Guxhagen seit Mittwoch ein nach ihr benannter Platz und eine Gedenktafel vor der ehemaligen Synagoge.

„Mit dem Gedenken an Lilli Jahn möchten wir auch an die vielen Frauen, Männer und Kinder der ehemaligen jüdischen Gemeinde Guxhagen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden“, erklärte Bürgermeister Edgar Slawik bei der Enthüllung des Denkmals. Neben ihm sprachen unter anderem noch Vertreter der Kirche, der Gedenkstätte Breitenau und der Gemeinde.

Ehrengast Dr. Martin Doerry las aus den Briefen seiner Großmutter Lilli Jahn, die diese aus der Haft in Breitenau von 1943 bis 1944 an ihre damals in Kassel wohnenden Kinder schrieb. Von Breitenau aus war sie fast täglich in einer Gefangenen-Kolonne durch Guxhagen zum Bahnhof geführt und dann per Bahn nach Spangenberg gebracht worden, um dort bei der damaligen Firma B. Braun zu arbeiten, berichtete Gedenkstättenleiter Dr. Gunnar Richter.

Beachtet wurde vor diesem Hintergrund eine persönliche Begegnung am Rande der Veranstaltung: Dr. Martin Doerry traf Prof. Dr. Ludwig Georg Braun, mit dem er bislang nur schriftlich im Hinblick auf sein Buch „Mein verwundetes Herz“ zu tun hatte, in dem der Autor Ludwig Georg Braun für seine Hinweise bei der Rekonstruktion der Haftmonate von Lilli Jahn dankt. (zho)

Quelle: HNA

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