Patricia Thielemann aus Berlin lehrte im Kloster Haydau Yoga und Gelassenheit

Die Erleuchtung kommt später

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Bot Einblicke in die Yoga-Praxis: Die Berliner Yoga-Lehrerin Patricia Thielemann praktizierte gestern Vormittag mit 50 Frauen im Kloster Haydau.

Morschen. Nur weil man Yoga übt, heißt das noch lange nicht, dass man so weich wird, dass man bei jeder Gelegenheit heulen muss.

Patricia Thielemann, Yogalehrerin aus Berlin, räumte in ihrem Vortrag im Kloster Haydau vor 150 Frauen mit Vorurteilen und Klischees zum Thema Yoga auf. Und sie zeigte, welche Bereicherung die Übungen für Körper, Geist und Seele seien können.

Im besten Falle führe Yoga eben nicht nur zu mehr Kraft, und Flexibilität, sondern vor allem zu größerer Gelassenheit. Ein schönes Beispiel, wie diese Gelassenheit aussehen kann: Wenn ihr früher auf dem Weg von der Supermarktkasse zum Auto die Einkaufstüte gerissen sei und die Orangen über den Parkplatz kullerten, hätte sie vor Wut platzen können. Heute würde sie die Apfelsinen einsammeln und denken: „Ja, so etwas passiert im Leben.“

Im Leben von Patricia Thielemann ist viel passiert: Sie hat mit Spirit-Yoga einen eigenen Stil entwickelt, zwei Söhne bekommen, mehrere Studios eingerichtet, etliche Bücher geschrieben. Für all das brauche es tatsächlich eines: Gelassenheit, betonte sie immer wieder. Allerdings sei Yoga keine Wunderwaffe, die beim ersten Schritt auf die Matte wirke: „Man trifft dort garantiert nicht erst auf einen pinken Buddha und dann sofort auf die Erleuchtung“, sagte die Berlinerin gestern beim Workshop.

Aber man treffe dort oft auf die eigenen Verhaltensmuster. Denn die Übungen seien ein Spiegel dafür, wie man die Probleme des Lebens angehe: verbissen, verzagt, zweifelnd oder eher ruhig und gelassen.

Im Yoga gehe es nie ums Wettkampf-Prinzip „höher, schneller, weiter“ und schon gar nicht gehe es ums Vergleichen: „Wir leben und arbeiten immer mit dem Körper, der uns gegeben ist“, sagte Thielemann.

Nur kein Vergleichen

Es sei nie zu spät, um mit Yoga zu beginnen, sagte sie am Donnerstagabend ihren Zuhörerinnen, deren Altersspektrum zwischen 17 und 75 lag. Man müsse nur eines: anfangen.

Solange man nur rede, wisse man nicht, wovon man eigentlich spreche. Mit Yoga aber sei es wie mit der Liebe: „Man muss sie erleben, am eigenen Leib spüren – erst dann versteht man, was passiert.“

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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