Erna und Bruno Riske feiern in Fritzlar das Fest ihrer Diamantenen Hochzeit

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Sind seit 60 Jahren verheiratet: Erna und Bruno Riske aus Fritzlar feiern am 11. August das Fest der Diamantenen Hochzeit. 

Fritzlar. Gefunkt hat es zwischen Erna und Bruno Riske Anfang Juli 1955 auf der alten Ederbrücke in Fritzlar - als der US-Soldat die Rückenpartie einer, wie er sagt, „jungen Frau in einem wunderschönen, grün-schwarzen Kleid und mit Seidenstrümpfen" sah. Und als sie sich umdrehte, war es um die beiden geschehen.

Drei Tage später, bei einem Spaziergang am Wehr, fragte er seine Zukünftige, ob sie zu ihm nach Amerika kommen wolle, und da sie keine Bedenken hatte, nahm die Geschichte ihren Lauf. Im September verlobten sich die beiden, und am Jahresende flog Bruno nach Amerika zurück. Seine Verlobte folgte ihm im Juli 1956. Einen Monat später war Hochzeit. 47 Jahre später kehrten Erna und Bruno Riske wieder nach Fritzlar zurück.

Am 11. August feiern die beiden, die inzwischen 82 und 85 Jahre alt sind, das Fest der Diamantenen Hochzeit. Hinter beiden liegt eine bewegte Lebensgeschichte. Erna Riske arbeitete ein knappes Jahr als Schneiderin und erzählt heute noch begeistert davon, dass sie für die Ehefrau des Präsidenten der Ford-Motor-Company, Henry Ford II, ein festliches Kleid ändern und schneidern durfte.

Ihr Ehemann arbeitete nach dem Wehrdienst bis zu seinem Ruhestand als Werkzeugmacher, dann kehrten Erna und Bruno Riske wieder nach Fritzlar zurück.

In ihrer Kinder- und Jugendzeit hatten die Eheleute, die der Gemeinde Gottes angehören, schwierige Zeiten zu überstehen. Im Alter von sechs Jahren erlebte Erna Riske 1939 die Flucht ihrer Familie von Weißrussland nach Polen, von wo sie ab Februar 1945 mit Pferd und Wagen in die Nähe von Berlin flüchteten. Erna Riske erinnert sich, dass sie unterwegs von Tieffliegern angegriffen wurden, zur Sprengung vorbereitete Brücken nutzten und über noch nicht ganz zugefrorene Flüsse fuhren.

Mit ihrem Bruder flüchtete sie 1950 über Schwerin nach Gronau in Westfalen, wo sie zwei Jahre blieb. Dann verschlug es sie nach Kiel, wo sie als Verkäuferin arbeitete. 1955 nahm sie am internationalen Jugendtreffen der Gemeinde Gottes in Fritzlar teil und traf dort ihren Bruno.

Er wurde 1931 in Ostpreußen geboren. Mit 14 Jahren erlebte er die Flucht seiner Familie, zu der noch ein Bruder und zwei Schwestern gehörten, nach Pillau und weiter nach Dänemark. Von dort kam er nach dreieinhalb Jahren in Kiel an, wo er zwei weitere Brüder, die als Soldat im Krieg eingesetzt waren, lebend wieder traf. Nachdem die Mutter verstorben war, folgte Bruno 1952 seinem Vater mit einem der Brüder und seinen Schwestern nach New York und von dort nach Detroit, wo er als Werkzeugmacher arbeitete.

Nachdem er 1954 Soldat bei den Streitkräften der USA wurde, kam er für 15 Monate nach Heidelberg. „Das war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Bruno heute, denn während seines Urlaubs hielt er sich ja auch in Fritzlar auf, und da begann die gemeinsame Geschichte von Erna und Bruno Riske.

Das Paar hat drei Kinder. Der ältere Sohn und die Tochter leben in Deutschland, der jüngere Sohn in den USA. Erna Riske malt gerne Aquarelle, und möchte ihr Hobby, obwohl sie durch eine Schulteroperation momentan etwas eingeschränkt ist, gerne weiter pflegen. Bruno Riske beschäftigt sich gerne am PC, um ihre vielen Fotos zu archivieren.

Mit zur Familie gehören noch acht Enkel und ein Urenkel. Wo die Diamantene Hochzeit gefeiert wird, ist das Geheimnis von Tochter und Sohn, die gemeinsam alles vorbereiten haben.

Von Rainer Zirzow

Quelle: HNA

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