400 Menschen verfolgten in Riebelsdorf wie nach alter Väter Sitte geerntet wurde

Ernten wie in alten Zeiten

Eine Getreideernte wie vor 65 Jahren konnten knapp 400 Besucher am Sonntagnachmittag auf dem Binderfest am Hoswichs-Wäldchen oberhalb Riebelsdorfs erleben.

Riebelsdorf. Organisiert vom Verein „Unser Riebelsdorf“ wurde das Getreide mit Hilfe von Pferden und einem Binder abgemäht, zu Garben gebunden und anschließend von fleißigen Helfern zu Hicheln aufgestellt.

Beinahe mühelos zogen die beiden Arbeitspferde Lotte und Lökie zunächst den alten Bindemäher und später einen Pflug über das vom Riebelsdorfer Landwirt Horst Jüngel zur Verfügung gestellte Getreidefeld. Auch von gelegentlichen technischen Störungen ließen sich die beiden Kaltblüter nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig kauten sie an einem Strohalm und warteten darauf, dass es weiterging.

Am Feldrand standen währenddessen die zahlreichen Zuschauer und bestaunten die alte Landtechnik im Ernteeinsatz. Kinder liefen begeistert neben dem Gespann her und alte Landwirte schwelgten mit einem frisch gezapften Bier in der Hand in nostalgischen Erinnerungen.

Ein Acker Getreide wurde so in zwei Durchgängen nach alter Väter Sitte abgeerntet. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung den Menschen zeigen, wie das früher mal war“, sagte die Schriftführerin des Vereins Maria Riebeling.

Beim zweiten Durchgang riss immer wieder der zum Binden der Garben notwendige Faden und unterbrach die Ernte. Dank des handwerklichen Geschicks der Bedienmannschaft war der Fehler aber schnell behoben. Fahrer Daniel Hoffmann und Mechaniker Oliver Karg kannten ihre Maschine der Marke Fahr bis zur sprichwörtlichen letzten Schraube.

„Das ist noch robuste Technik. Die kann man mit einem Schraubenschlüssel, einem Hammer und etwas Feingefühl wieder in Gang bringen“, sagte Hofmann schmunzelnd. Seit acht Jahren präsentiert der junge Mann aus Frielingen mit seinen beiden Kaltblütern historische Landtechnik in Aktion.

Für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten rund zwanzig Mitglieder vom Verein „Unser Riebelsdorf“. Das Binderfest sei quasi schon ein Teil des Dorfjubiläums im nächsten Jahr. Dann werde man das geerntete Getreide mithilfe einer historischen Dreschmaschine dreschen, sagten die für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlichen Vorstandsmitglieder Maria Riebeling und Marilena Bernhardt. (zmh)

www.unser-riebelsdorf.de

Quelle: HNA

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