Nord spricht von Größenwahn

BWB erntet Kritik für Kulturzelt-Schelte

Uwe Nord

Wolfhagen. Das Defizit des Kulturzelts 2013 erhitzte die Gemüter im Wolfhager Parlament. Erstmals in der 20-jährigen Geschichte des Festivals waren die Macher um Wolfhagens Kulturmanager Wolfgang Frey mit rund 76.000 Euro in die roten Zahlen gerutscht. Der Defizitausgleich, zu dem sich die Stadt vertraglich verpflichtet hat, war Thema im Parlament.

Vom Fraktionsvorsitzenden des Bündnisses Wolfhager Bürger (BWB) gab es Kritik. Es sei völlig unverständlich, dass über all die Jahre, in denen das Festival existiert, keine Rücklage für den Fall eines Defizits gebildet worden sei.

Die Begründung Freys, dass der Hessentag mit seiner Vielzahl hochkarätiger Angebote verantwortlich sei, nannte Nord „abenteuerlich“. Nord vertrat die Ansicht, dass aus dem kleinen Kulturzelt der Anfangsjahre mit Eintrittspreisen von 20 Mark eine „zu teure Großveranstaltung“ geworden sei, für die sich immer weniger eine Eintrittskarte leisten könnten.

Für das Programm 2014 habe er „nur ein Wort: Größenwahn“. Nord weiter: „Wir müssen dahin, wo wir mal waren, zu einer kleinen, schönen, bezahlbaren Veranstaltung“ und zu einer Begrenzung der städtischen Bürgschaft.

Heiko Weiershäuser, Fraktionschef der SPD, wies die Vorwürfe entschieden zurück. „20 Jahre haben wir nur profitiert“, bundesweit sei man dank des Festivals in den Medien.

Das Kulturzelt sei ein echter Werbeträger für die Stadt. Wenn Nord und das BWB die Veranstaltung weiter so verteufeln, bestehe die Gefahr, dass die Ehrenamtlichen, die mit großem Einsatz das Festival tragen und einen Großteil ihres Jahresurlaubs dafür opfern, „in den Sack hauen“.

„Ich bin entsetzt, wie man engagierten Ehrenamtlichen so vor den Kopf stoßen kann, wie eben geschehen“, empörte sich auch CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Flörke.

Man müsse die Ursache für das Defizit prüfen, sagte Peter Kranz (Grüne), und sehen, ob sich das Risiko durch eine andere Gesellschaftsform begrenzen lasse. (nom)

Quelle: HNA

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