Jungtiere sterben, doch es muss nicht sein

Erntezeit: Jetzt geht der Mähtod um

Schwalm-Eder. Jedes Jahr sterben Tausende von Kitzen, Junghasen und Bodenbrütern: Wenn die Landwirte die Wiesen mähen, wird es für die Tiere gefährlich. Die Siloernte, die mit der Geburt vieler Wildtiere zusammengefallen ist, sei abgeschlossen, sagt Adolf Lux, Präsident des Bauernverbandes Schwalm-Eder. Mitte Juni steht das Heumachen an, bei dem der Mähtod umgeht. „Vor allem dem Einsatz von Kreiselmähern fallen die Tiere zum Opfer“, sagt Lux.

Da längst nicht alle Tiere, die in die Messer eines Kreiselmähers geraten, tot seien, sondern viele schwer verletzt würden, handele es sich um ein Tierschutzproblem, kritisieren Jägerverbände. Schätzungen zufolge kommen bei der Frühjahrsmahd deutschlandweit bis zu 60 000 Kitze ums Leben. Insgesamt werden 500 000 Wildtiere wie Hasen, Fasane und andere Bodenbrüter getötet oder verstümmelt. Das bestätigt Wolfgang Sangerhausen, Vorsitzender des Kreisjagdvereines Ziegenhain. Besondere Gefahr drohe an waldnahen Wiesen. Wenn sich ein Traktor einem Kitz nähere, renne es nicht weg, sondern drücke sich zu Boden.

Das Sterben der Jungtiere könne vermieden werden. Landwirte sollten die ortsansässigen Jäger über Mähtermine informieren, sagt Sangerhausen. Dann könnten sie Wildscheuchen aufstellen, die Rehmütter veranlassen, ihre Kitze wegzulotsen. (may/jkö) Zum Tage, Seite 2

Quelle: HNA

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