Neujahrskonzert

Ungarische Kammerphilharmonie war zu Gast im Borkener Bürgerhaus

Musik zum neuen Jahr: Die Ungarische Kammerphilharmonie unter Antal Barnás und die Solisten Katerina Beranova und Claus Durstewitz gaben ein umjubeltes Konzert im Borkener Bürgerhaus. Fotos: Meinicke

Borken. Das Neujahrskonzert in Borken eröffnete die Ungarischen Kammerphilharmonie. Mit dabei waren auch die Solisten Katerina Beranova und Claus Durstewitz.

„Egészségedre!" Mit diesem fröhlichen, ungarischen Prosit wünschte der Borkener Bürgermeister Bernd Heßler einen glücklichen Start ins Jahr 2015.

Kurz ging Heßler auf das aktuelle, tragische Geschehen in Paris ein: „Terror kann bekämpft werden, wenn alle Menschen zusammenhalten.“ Deshalb wurde besonders die Anwesenheit dreier Schwestern der 1923 in Wien gegründeten Ordensgemeinschaft „Königin der Apostel“ gewürdigt. Weltweit, vor allem in Indien, sind die Schwestern helfend tätig. Keine Rolle spielt es für die Schwestern, ob es muslimische, christliche, oder jüdische Menschen sind, um die sie sich kümmern.

Das 1999 in Ungarn gegründete Orchester setzte unter Leitung des Dirigenten Antal Barnássetzte mit der Fledermaus-Ouvertüre ein. Die Begeisterung der Musiker übertrug sich sofort auf das Publikum. Frenetischer Beifall und Bravo-Rufe hielten bis zum Ende des Konzertes an.

Die wunderbar perlenden Koloraturen der Sopranistin Katerina Beranova kamen in der ausgefeilten Akustik im Saal des Borkener Bürgerhauses hervorragend zur Geltung.

Großes Vergnügen bereiteten auch die lieblichen Clownerien der Sängerin in märchenhaften Kleidern, wie etwa bei der Puppenarie von Jacques Offenbach, wo sie mehrfach mit großem Schlüssel aufgezogen werden musste.

Ehrengäste: Drei Schwestern der Ordensgemeinschaft „Königin der Apostel“ waren nach Borken gereist.

Wie zu einem Heimspiel begrüßt wurde der in Fritzlar geborene Tenor Claus Durstewitz. In der Musikszene gilt er als eine Art Wunder, da er ohne klassische Ausbildung schwierige Stücke in vollendeter Form gestaltet. Ergriffen lauschte das Publikum seinem Vortrag, wie etwa dem Wolgalied von Franz Lehár. Ganz sicher aber hatte das sichtbare Glück der miteinander verheirateten Solisten die Herzen aller erobert.

Vor der Pause teilte Claus Durstewitz mit, er und seine Frau würden eine Best-Of-CD verkaufen. Am Bruckner-Konservatorium in Linz, wo beide unterrichten, gebe es einen herausragenden Studenten, der plötzlich MS bekommen habe. Der Verkauf der CD diene seiner Unterstützung.

Auch im zweiten Teil des Konzertes, welches durch Zugaben fast eine Stunde länger dauerte, pfiff und klatschte das Publikum begeistert mit und als der Berliner Sportpalast-Walzer erklang, reagierten die Besucher nahezu künstlerisch wertvoll auf die Anweisungen des Dirigenten. Auf seinen Wink hin wären wohl alle aufgesprungen, um mit Wiener-Walzer-Schwung und Borkener Begeisterung ins neue Jahr zu tanzen.

Finanziell unterstützt wurde das Konzert im Bürgerhaus durch die Raiffeisenbank Borken.

Die CD „Best Of“ kann für 15 Euro plus Porto bestellt werden unter der Mailadresse claus@durstewitz.com

Von Michael Meinicke

Quelle: HNA

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