Eröffnung der Hephata Festtage: Dr. Gabriele Fröhlich-Gildhoff hielt Vortrag

Treysa. „Das Immunsystem der Seele stärken“ - unter diesem Motto stand am Samstag die Auftaktveranstaltung der Hephata-Festtage: Festrednerin war Dr. Gabriele Fröhlich-Gildhoff, Chefärztin der Psychosomatik in der Habichtswaldklinik in Kassel.

Nach der Begrüßung durch Direktorin Barbara Eschen sprachen des weiteren Dr. Andreas Jürgens, Erster Beigeordneter des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen und Dr. Harald Clausen, Vorstand des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck, zu den Gästen.

Der Seele Ruhe gönnen, den Alltag entschleunigen, mit sich und seiner Seele verantwortungsvoll umgehen - das gab Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie den Gästen mit auf den Weg. „31 Prozent der Bevölkerung haben aktuell psychische Störungen, Tendenz steigend. Heute zeigt schon jedes fünfte Kind Verhaltensauffälligkeiten“, erläuterte Fröhlich-Gildhoff. Fast jede vierte Frau und jeder achte Mann erkranke im Laufe seines Lebens an einer Depression. „Es gibt auch eine seelische Gesundheit, die man fördern muss“, sagte die Ärztin. Zu dieser Gesundheit trage vor allem ein gutes Selbstwertgefühl bei. „Und ein gesundes Umfeld mit guten sozialen Strukturen.“ Menschen in belastenden Familien- und Arbeitssituationen brauchen Schutzfaktoren, erklärte die Ärztin: „Pausen, regelmäßig essen, trinken, schlafen - eine bewusste seelische und geistige Hygiene.“

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20. Hephata-Festtage in Treysa

Dazu gehörte die Pflege freundschaftlicher Kontakte, aber auch, sich regelmäßig etwas zu gönnen. „Stecken Sie sich aber Ziele, die auch erreichbar sind“, riet die Expertin.

Klare Worte fand die Ärztin auch für gesellschaftliche Zwänge, das rasante Arbeitsleben und die ständige Erreichbarkeit: „Das Ausmaß an Flexibilität stößt irgendwann an Grenzen.“ Doch immerhin gebe es Wege aus alten Strukturen: „Jeder Mensch kann sich in jedem Alter neue Gewohnheiten aneignen“, sagte Fröhlich-Gildhoff. Sie wünsche sich für die Zukunft, dass deutsche Betriebe über Frühsymptome einer geistigen und seelischen Erschöpfung aufklärten. (zsr)

Quelle: HNA

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