Strafe für Teenager

Erotisches Bild im Umlauf: 19-Jähriger verteilte Foto über Handy

Schwalmstadt. Ein 19-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis hatte von einem Freund ein pornografisches Bild einer jungen Frau bekommen und es über einen Handy-Nachrichtdienst weiter an andere verteilt.

Dazu hatte er fälschlicherweise behauptet, dass es sich bei der jungen Frau auf dem Bild um ein ihm flüchtig bekanntes 15-jähriges Mädchen handeln solle. Dafür wurde er wegen übler Nachrede vom Amtsgericht in Treysa zu einer Geldstrafe in Höhe von 540 Euro verurteilt.

"Ich habe gehört, dass sie es sein soll, und habe das dann auch ungeprüft so weiter gegeben", sagte der Angeklagte. Erst über Umwege hatte das als Zeugin geladene Opfer, ebenfalls aus dem Schwalm-Eder-Kreis, von einer Freundin von dem Bild erfahren. "So etwas ist entsetzlich. Man wird doch in eine Schublade gesteckt. Meine Tochter war vollkommen aufgelöst, als sie davon erfahren hat", empörte sich die sehr couragiert auftretende Mutter des Mädchens.

Der Richter zeigte für das Verhalten des 19-Jährigen kein Verständnis: "Warum musste das Bild überhaupt auf dem Handy sein? Sie würden sich so etwas auch nicht wünschen. Beim nächsten Mal löschen so was einfach." Mindestens drei Monate zog das Bild, das vermeintlich die 15-Jährige darstellen sollte, unter Jugendlichen seine Kreise, erzählte ein als Zeuge anwesender ehemaliger Klassenkamerad des Angeklagten. Aber auch er wandte sich damals nicht direkt an die Betroffene, sondern informiert sie nur indirekt über die Freundin einer Freundin.

"Besser wäre es doch, man spricht direkt miteinander", kommentierte der Richter irritiert diese Verhaltensweise und kritisierte sehr deutlich das vermeintlich schlechte Gedächtnis des Zeugen. Es war offensichtlich, dass der Zeuge es sich weder mit dem ihm bekannten Angeklagten noch dem Opfer verderben wollte und er daher in seiner Aussage häufig sehr vage blieb.

Das dem Angeklagten zustehende letzte Wort nutzte der ohne Rechtsbeistand erschienene junge Mann für eine Entschuldigung und akzeptierte die Strafe.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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