Rastplätze am Bahnradweg Rotkäppchenland sind nicht genehmigt – Klärung angestrebt

Erst Ehrenamt, jetzt illegal

Streitpunkt Rastplatz: Wie hier in Rückershausen fehlen noch die Genehmigungen. Foto: privat

Neukirchen. Seit drei Jahren entspannen abgekämpfte Radfahrer, Wanderer und Inline-Skater auf den Rastplätzen am Bahnradweg rund um Neukirchen. Lange schien das niemanden zu stören – im Gegenteil. Bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung wurde aber deutlich, dass die Ausflügler damit an illegalen Orten in ihre Stulle beißen.

Was im Neukirchener Parlament unter dem Stichwort „illegale Rastplätze“ thematisiert wurde, hat eine längere Geschichte. Alles hatte damit angefangen, dass engagierte Neukirchener Einwohner sich 2008 vorgenommen hatten, den neuen Bahnradweg Rotkäppchenland attraktiver zu gestalten. Um die klamme Stadtkasse zu entlasten, sammelten sie Spenden, legten selbst Hand an und richteten sieben Rastplätze an dem Neukirchener Streckenabschnitt ein: Auf geschotterte Flächen stellten sie die selbstgebaute Tische und Bänke. Ein Platz wurde sogar asphaltiert.

Was gut gemeint war, entpuppte sich dieses Jahr zu einem Problem. Zunächst habe es eine Duldung seitens des Straßenverkehrsamtes in Kassel gegeben, sagte Bürgermeister Klemens Olbrich (CDU) auf HNA-Anfrage. Nun aber sei die Behörde „verärgert“, weil drei der Rastplätze in dieser Form nicht abgesprochen gewesen seien.

Auch die Untere Naturschutzbehörde hat das Neukirchener Rathaus aufgefordert, Bauunterlagen vorzulegen, da es für die Rastplätze keine naturschutzrechtliche Genehmigung gebe. Für die geforderten Unterlagen müsste die Stadt etwa 3000 Euro an ein Ingenieurbüro bezahlen. Die gleiche Summe an Spenden hatten die Ehrenamtlichen für den Bau der fraglichen Rastplätze investiert. Was auf der einen Seite gespart wurde, müsste dann auf der anderen wieder ausgegeben werden.

Nun will die Stadt noch einmal in Verhandlung mit dem Straßenverkehrsamt treten. Auf Nachfrage bei der Behörde in Kassel heißt es, dass die Rastplätze bestehen bleiben könnten. Allerdings könne es nicht sein, dass jeder so baue wie er wolle – darauf habe man die Stadt mehrfach hingewiesen, und dennoch seien in diesem Jahr zwei weitere Rastplätze ohne vorherige Absprache entstanden. Auch ehrenamtliches Engagement sei an Gesetze gebunden.

Zudem hätten alle Kommunen am 36 Kilometer langen Radweg, der zwischen Neukirchen-Riebelsdorf und Oberaula-Wahls-hausen bereits fertiggestellt ist, ein Ingenieurbüro beauftragt, um ein einheitliches Gestaltungskonzept zu erarbeiten. Kommentar

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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