Maryline Neuhaus aus Wega beginnt nach ihrem Schulabschluss ein Studium der Stadt- und Raumplanung

Erst keinen Plan, jetzt an die Uni

Freut sich auf ihr Studium: Maryline Neuhaus aus Wega studiert ab Herbst Stadt- und Raumplanung in Erfurt. Foto:  Kling

Wega/Fritzlar. „Es gibt noch genug Platz auf der Erde, damit ich eine Stadt bauen kann.“ Das ist das Ziel von Maryline Neuhaus. Die 19-Jährige hat im Juni ihr Abitur an der Ursulinenschule in Fritzlar abgelegt und überlegte lange, wie ihre Zukunft aussehen könnte.

Ausbildung, Studium oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) – Das sind die bekanntesten Optionen, zwischen denen sich Jugendlichen nach dem Schulabschluss entscheiden.

FSJ: „Ich finde es wichtig, dass es so etwas, wie ein Freiwilliges Soziales Jahr gibt.“ Vor den Menschen, die sich dort engagieren, habe sie enormen Respekt. Die Einsatzbereiche beim Freiwilligen Sozialen Jahr sind vielfältig. Neben sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegediensten, kann das Jahr auch in den Bereichen Kultur, Sport und Denkmalpflege geleistet werden.

Für Maryline kommt ein FSJ allerdings nicht in Frage. „Es ist keine Entscheidung gegen das Soziale Jahr. Ich möchte nur so schnell wie möglich von zuhause ausziehen und Geld verdienen, damit ich meine Eltern finanziell entlasten kann.“

Ausbildung: Über eine Ausbildung hat die ehemalige Ursulinenschülerin kurz nachgedacht. „Ich habe mal ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht. Ich dachte eine Arbeit im sozialen Bereich und mit Kindern könnte Spaß machen. Nach einer Woche war mein Hirn aber ganz matschig. Da wusste ich, dass das nichts für mich ist.“

Als dann die Bewerbungsphasen für die Ausbildungsberufe Ende 2012 kamen, hat Maryline diese verstreichen lassen. „Ich wusste damals noch nicht, was ich später einmal machen will.“

Studium: Auch mit ihrem Abitur in der Tasche hatte die 19-Jährige immer noch keine Pläne. In der Schule sei sie nur unzureichend über Studiengänge informiert worden.

„Wir haben zwar mal die Uni Göttingen besucht, aber das hat nichts gebracht.“ Auch beim Arbeitsamt sei ihr nicht wirklich weiter geholfen worden. Dort habe sie einen Berufs-Eignungstest gemacht, mit dessen Ergebnis sie allerdings nichts anfangen konnte. „Ich habe mir dann einfach mal einen Studienführer geschnappt und durchgearbeitet.“ Dabei blieb sie an dem Studiengang Stadt- und Raumplanung hängen. „Das klang ganz interessant. Man muss dabei kreativ sein, und es ist eine große Herausforderung.“

Schwierige Entscheidung

Die Entscheidung für einen passenden Studiengang fand Maryline schwierig. „Aus der Schule kenne ich nur Fächer wie Mathe oder Biologie. Bei dem Studiengang weiß ich noch nicht genau, was auf mich zukommt.“ Im Herbst zieht die Abiturientin nach Erfurt. „Ich wollte in einer größeren Stadt wohnen, aber es war mir wichtig, dass ich am Wochenende nach Hause fahren kann, um Freund und Familie zu besuchen.“

Von Benjamin kling

Quelle: HNA

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