Museumsbetreuer Klaus Winter sucht Nachfolger

Erste Museumsnacht in Heßlar kam bei Besuchern gut an

Programm: Auch Jonathan und Maja Winter überlegen gemeinsam mit Anja Horn von der Trachtengruppe, wie sie ihre Laterne verzieren könnten.

Heßlar. Leuchtende LED-Schläuche und bunte Girlanden verzierten am Samstagabend die Front des Heßlarer Dorfmuseums. Zwar hatte es zum Beginn der ersten Museumsnacht angefangen zu regnen, aber das machte den Besuchern nichts.  

Die Trachtengruppe, die für das dorfeigene Museum zuständig ist, war auf alles vorbereitet. Pavillons und ein Festzelt standen für die Gäste bereit. Ein freundlicher Nachbar hatte sogar seine Garage zur Verfügung gestellt, die sich direkt gegenüber dem Museum befindet. Dort bekamen die Besucher Speckkuchen, Getränke und Würstchen ohne dabei nass zu werden.

Im Vordergrund der Museumsnacht sollte der Heßlarer Nachwuchs stehen, sagte Klaus Winter, einer der Initiatoren der Veranstaltung. Mit einer Märchenlesung, Laternenbasteln und Museumsführungen extra für Kinder, sollten diese auf ihre Kosten kommen.

Erste Museumsnacht

Die Idee, eine Museumsnacht zu veranstalten, kam Museumsbetreuer Klaus Winter nach eigenen Angaben spontan. Inspiriert habe ihn die Museumsnacht in Kassel. Sein Ziel ist es, das kleine, windschiefe Fachwerkhäuschen samt des kostbaren Inhalts mehr ins Bewusstsein der Einwohner zu rufen – und ganz besonders den Heranwachsenden. Deswegen gab es nicht nur ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt, sondern auch Museumsführungen mit ihm.

Wer solch eine Tour durch das ehemalige Armenwohnhaus bereits mitgemacht hat, weiß, das Winter keine abstrakten historischen Gegebenheiten erzählt, sondern zu fast jedem Exponat aus der umfangreichen Sammlung eine Geschichte oder Anekdote zu erzählen weiß.

Mittlerweile ist Winter 30 Jahre lang für das Museum zuständig und kennt all seine Geschichten und Schätze in- und auswendig: „Das hier war früher mal ein Armenhaus. Vier Familien – zwölf Personen – haben auf 38 Quadratmetern gewohnt und sich eine Kochstelle geteilt. Fließendes Wasser und eine Toiletten gab es nicht“, berichtete er. Das Haus wurde 1965 zum Museum umfunktioniert, eingesetzt hatte sich damals Dorfschullehrer Oskar Christ. Im Museum gibt jede Menge Hausrat rund um 1900er-Jahre zu entdecken.

Die Veranstalter hoffen, mit der Museumnacht das Interesse der Einwohner fürs Museum geweckt zu haben. Klaus Winter hat noch ein weiteres Anliegen: Er möchte nach 30 Jahren im Dienst der Geschichte etwas kürzer treten und schaut sich nach einem Nachfolger um, der in seine Fußstapfen treten soll. „Jemanden zu finden, ist aber leider gar nicht so einfach.“, sagte er abschließend.

Von Lisa Landau

Quelle: HNA

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