Museumslandschaft und Landkreis präsentieren Buch zum Thema Archäologie

Erste Spuren am Feldweg

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Fundort historischer Überreste: Irina Görner hockt am Ortsrand von Breuna im Bereich Rottweg/Birkenweg. Dort wurden Spuren ersten menschlichen Lebens gefunden, wie das Beil im kleinen Bild, dessen Spitze den Fundort zeigt. Das Beil ist eine Replik eines Werkzeuges, das aber auch als Waffe genutzt wurde. Gefunden wurde es durch Otto Rumpf, der in unmittelbarer Nähe wohnt. 

Breuna. Die ersten sesshaften Menschen im Wolfhager Land waren Bauern – und sehr clever: Sie ließen sich in Bereichen von fruchtbaren Lössböden und an Gewässern nieder.

Einen solch geeigneten Ort fanden die ersten Menschen im Wolfhager Land etwa 5500 vor Christus unter anderem in Breuna. Am Ortsrand zwischen Birken- und Rottweg in der Gemarkung Auf der Wanne fanden sich mit Resten von Werkzeugen und Waffen aus Basalt und Feuerstein die ersten Spuren menschlichen Lebens, sagt Irina Görner von der Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk).

Gefunden hat sie Otto Rumpf, der in unmittelbarer Nähe im Rottweg wohnt. Unweit davon auf einem Feld fand er bereits im Jahr 1981 eine Spitze aus Basalt, die einst zu einem Beil gehörte. Dieser Fund schlummerte viele Jahre lang in den Archiven der mhk, erst als die Initiative beim Landkreis Kassel entstand, nach den ersten Spuren menschlichen Lebens im Kreis zu forschen, wurde dem einstigen Beil eine größere Bedeutung beigemessen, sagt Görner.

Fundort historischer Überreste: Irina Görner hockt am Ortsrand von Breuna im Bereich Rottweg/Birkenweg. Dort wurden Spuren ersten menschlichen Lebens gefunden, wie das Beil im kleinen Bild, dessen Spitze den Fundort zeigt. Das Beil ist eine Replik eines Werkzeuges, das aber auch als Waffe genutzt wurde. Gefunden wurde es durch Otto Rumpf, der in unmittelbarer Nähe wohnt. Fotos: Ulbrich

Passend dazu hat der Landkreis Kassel bereits vergangenes Jahr das Buch „Kupferbeil und Bärenkralle“ veröffentlicht. „Der Landkreis und auch das Wolfhager Land lagen schon immer richtig – bereits etwa 5000 Jahre vor Christus war unsere Region ideal für Menschen, die sich hier niedserlassen wollten,“ sagt Kreissprecher Harald Kühlborn und zieht damit eine gewagte, aber nicht ganz ernst gemeinte Parallele zur zentralen Lage des Kreises. Das Buch zeigt und beschreibt auf 170 farbigen Seiten die Vor- und Frühgeschichte des Landkreises.

Ideales Jagdrevier

Darin findet man auch die ersten Spuren menschlichen Lebens im Altkreis. Dabei erfährt der Leser etwa, dass die Berge und Senken der Region ein idelaes Jagdrevier darstellten. „Die Eiszeitjäger konnten von den Hängen des Habichtswaldes die Flusstäler überblicken und nach durchziehenden Tierherden Ausschau halten“, sagt Kühlborn.

Die Fachbereichsleiterin Vor- und Frühgeschichte, Irina Görner ergänzt: „In den ersten Siedlungen der Zeit um 5500 vor Christus, etwa bei Breuna, ist das ganze Paket damaliger Neuerungen zu finden. Ackerbau, Viehzucht und Keramik.“

Die ersten Hausstiere in Nordhessen waren die aus dem Vorderen Orient bewährten Rassen Schaf, Ziege, Schwein und Rind. Die Häuser der Bauern waren ungewöhnlich groß. Im Schnitt von sechs bis neun Personen und ohne Haustiere bewohnt, konnten die ersten festen Gebäude ein Maß von bis zu 50 Metern Länge sowie eine Breite von zehn Metern haben, sagt Görner.

Wer mehr spannende Informationen über die ersten Menschen und ihr Leben im Altkreis haben möchte, sollte sich das Buch kaufen.

„Kupferbeil und Bärenkralle“, Landkreis Kassel ISBN: 978-3-931787-58-5

Quelle: HNA

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