Die ersten drei Jahre sind gefährlich

Betriebsgründung im Kreis Kassel: Nach Rekordjahr sinkt Zahl auf Normalniveau

Kassel/Wolfhager Land. Das Gründungsinteresse im Bereich der Industrie- und Handelskammer Kassel ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 1410 potenzielle Gründer suchten das Gespräch mit der IHK – zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Fast alle Interessierten kamen aus der Stadt Kassel. Zwölf Interessenten kamen aus dem Wolfhager Land.

„Das ist eine Folge der guten Konjunktur in Nordhessen“, weiß Carsten Heustock, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmensförderung. „Er weist aber auch darauf hin, dass die starke Zunahme teils durch einen Sondereffekt gefördert wurde. Die Unterstützung durch staatliche Programme für Arbeitslose, die sich selbstständig machen, wurde zum Jahreswechsel drastisch reduziert. Viele zogen die Betriebsgründung also vor.

Doch dieser Personenkreis macht nicht einmal die Hälfte der neuen Selbstständigen aus. Jetzt hat sich die Nachfrage wieder auf Normalniveau eingependelt. Viele Gründer weisen eine zehn- oder 15-jährige Berufserfahrung auf, haben Kontakte und wagen den Sprung, sich selbstständig zu machen. Je besser Kontakte und Eigenkapitalausstattung sind, desto größer ist auch die Chance, auf dem Markt zu überleben. In den ersten drei Jahren entscheidet sich im Regelfall, ob sich ein Unternehmen durchsetzt. Sieben von zehn Betrieben werfen in diesen drei gefährlichen Jahren das Handtuch.

Dagmar Most: So machte ich mich selbstständig

Bei den Neugründungen hat sich übrigens auch eine Art Hitliste herausgebildet: Männer machen sich auf dem Hausmeister-Sektor (Leistungen rund ums Haus) selbstständig. Bei Frauen stehen Nagelstudios ganz oben. Auch Dagmar Most aus Merxhausen hatte den Mut, sich selbstständig zu machen: Vor drei Wochen hat die 50-Jährige einen Modeladen in Bad Emstal-Sand eröffnet.

Quelle: HNA

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