Erster archäologischer Pfad in Felsberg auf der Kartause eröffnet

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Feierlich enthüllt: (von rechts) Marion Karmann (Regionalmanagerin Mittleres Fuldatal) enthüllte die Tafel des ersten archäologischen Pfades auf der Felsberger Karthause. Volker Komiske (Direktor Kreissparkasse Schwalm-Eder), Felsbergs Bürgermesiter Volker Steinmetz, Landtagsabgeordneter Günther Rudolph, Stadtverordneter Hilmar Löwer, Initiator Kurt Sänger vom Verein Vor- und Frühgeschichte Gensungen, Stadtrat Hans Poth und Bezirksarchäologe Dr. Andreas Thiedmann waren ebenfalls dabei.

Gensungen. Die vier archäologischen Pfade in Felsberg sollen neugierig machen auf Geschichte - geschriebene und ungeschriebene Geschichte. Das sagte Kurt Sänger, Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (AG) für Vor- und Frühgeschichte Gensungen, bei der Eröffnung des ersten Pfades.

Auf der Kartause wurde am Wochenende die erste Informationstafel enthüllt. Der erste archäologische Pfad führt zwischen Edertal und Heiligenberg zu Fundorten zwischen Bronze- und Römerzeit (HNA berichtete).

Kurt Sänger ist der Initiator der archäologischen Pfade, die in den Reden als eine weitere Attraktion Felsbergs gewürdigt wurden. Die archäologischen Pfade sollen noch mehr Touristen nach Felsberg locken. Stadtrat Hans Poth und Kurt Sänger erinnerten an den kürzlich verstorbenen Klaus Otto Bretheuer. Er und seine Frau Erika hätten beim Umsetzen der Idee hervorragende Arbeit geleistet. Sänger erinnerte daran, dass das Konzept ursprünglich in der Schublade landete - Geld fehlte. Umso glücklicher sei man, das Projekt mit breiter Unterstützung nun verwirklichen zu können.

Archäologischer Pfad in Felsberg eröffnet

Es sei eine spannende Sache, sagte Sänger, Fundstücke aus den ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung einzuordnen in geografische und kulturgeschichtliche Zusammenhänge: „Sie sind archäologische Zeitzeugen, und damit sind diese Pfade auch eine Erweiterung unserer museumspädagogischen Bemühungen. Sie verknüpfen die Funde im Museum mit den Fundstellen im Gelände.“

„Dass die Gäste nur so strömen und viele Schulen hierher finden“ - das wünschte Hans Poth. Mit den archäologischen Pfaden gebe es in Felsberg neben den Burgen ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, mit dem man werben könne: „So entsteht lokale Identität.“

In Erweiterung der Museumsarbeit könnten die Funde noch eindrucksvoller, „nämlich vor Ort“, präsentiert werden. Ein wichtiges pädagogisches Prinzip werde umgesetzt: die originale Begegnung. Poth: „Hier wird Geschichte lebendig gemacht.“

„Wer in die Zukunft blicken will, muss in der Vergangenheit blättern“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. Geschichte müsse nicht der Blick in verstaubte Bücher und Vitrinen sein. Das Edertal sei ein sehr geschichtsträchtiger Boden. „Wir brauchen Menschen, die die Geschichte aufarbeiten, und da hat Felsberg viel zu bieten“, betonte Steinmetz. Stellvertretend nannte er unter anderem die AG für Vor- und Frühgeschichte mit ihrem Museum, das Stadtarchiv, den Heiligenberg- und den Burgverein.

„Was hier geleistet wurde, ist Klasse“, unterstrich der für den Schwalm-Eder-Kreis zuständige Bezirksarchäologe des Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Andreas Thiedmann. Mit dem archäologischen Pfad hätten die Initiatoren eine neue Herausforderung angenommen. Auch Regionalmanagerin Marion Karmann bezeichnete die Arbeit als vorbildlich.

Kontakt: Kurt Sänger, Telefon 05662/1573, E-Mail: mksaenger@t-online.de

Weitere Infos: www.ag-museum-gensungen.de, ag-museum-gensungen@t-online.de

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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