Erster Weltkrieg: Großes Interesse an Ausstellung des Felsberger Stadtarchivs

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Zeitzeugin Liesel Tripp: Die 89-Jährige stellte dem Stadtarchiv unter anderem eine Urkunde zur Verfügung, in der ihrem Vater, dem Musketier Carl Holzapfel, 1916 das Verwundeten-Abzeichen in schwarz bescheinigt wird.

Gensungen. Der Tag der offenen Tür im Felsberger Stadtarchiv war ein Renner: Mehr als 100 Besucher kamen. Es gab viel Lob und Anerkennung für die Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg. Ein großes Thema wurde lokal aufbereitet.

In Felsberg lebt die Geschichte - dank des Teams vom Stadtarchiv. Das fand heraus, dass fast 300 Männer aus dem heutigen Gebiet der Stadt Felsberg im Ersten Weltkrieg gefallen sind. In mühevoller Kleinarbeit wurden alle Namen dokumentiert.

Juden und Katholiken fehlten auf einigen Gedenktafeln. Und nicht alle Gefallenen sind in den Standesämtern registriert, weil die Angehörigen damals kein Geld hatten für den Eintrag, erzählen Inge Fleischhut-Wolf und Kornelia Dittmar.

Die 89-jährige Liesel Tripp aus Gensungen ist heute noch dankbar dafür, dass ihr Vater Carl Holzapfel und dessen vier Brüder den Krieg überlebt haben. In der Ausstellung ist Holzapfels Verwundeten-Abzeichen in schwarz zu sehen. Nach seiner Verwundung erholte er sich im Lazarett in Gensungen und arbeitete bis zum Kriegsende bei Krupp in Essen. 1924 gründete Holzapfel ein Fuhrunternehmen.

Irmtraud und Günter Wittrin stellten für die Ausstellung Bilder vom damaligen Lazarett im Parkhotel zur Verfügung - Dokumente der Familie Klein. Hermann Klein fiel Ende des Krieges. „Wie gut, dass wir seit 1945 Frieden haben und sich unser Städtepartnerschaftsverein für Versöhnung und Völkerverständigung einsetzt“, sagt Irmtraud Wittrin.

Bilder zur Ausstellung im Stadtarchiv

Der Erste Weltkrieg - Ausstellung im Stadtarchiv Felsberg

„Professionelle Archivarbeit und Präsentation“ - das bescheinigte Besucher Horst Fenge (61) dem Team vom Stadtarchiv. „Hier werden mit lokalem Bezug nicht nur die schönen Zeiten der deutschen Geschichte gezeigt, sondern auch die negativen", sagte Fenge, der Geschichte studiert hat. „Das regt zum Denken an“.

Von Manfred Schaake

Welche Ausstellung das Felsberger Stadtarchiv als nächstes plant, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Melsunger Allgemeinen.

Quelle: HNA

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