Parlament beschloss Höhe der Abwassergebühren – Doch Kosten werden nicht gedeckt

Erstmal keine Erhöhung

Ab in den Kanal: Die Gemeindevertretung Gilserberg beschloss am Dienstag die Sätze für die gesplittete Abwassergebühr im Hochland. Foto:  Archiv

Gilserberg. So teuer wird die gesplittete Abwassergebühr für Gilserberg: Rückwirkend zum 1. Januar kostet der Kubikmeter Schmutzwasser drei Euro, für die Beseitigung des Niederschlagswassers werden 30 Cent pro Quadrameter versiegelter Fläche fällig. Eine Grundgebühr fällt zunächst nicht an. Einstimmig sprachen sich die Gilserberger Gemeindevertreter dafür aus.

Nach den Berechnungen eines Beraterbüros wird der Gemeinde mit dieser Gebührenhöhe weiter ein Minus von 180 000 Euro entstehen. Das entspricht dem Defizit, das auch die alte Gebühr mit sich brachte. Die Gebühren decken und deckten die Kosten der Abwasserentsorgung nicht.

Den Mandatsträgern war in der Sitzung am Dienstagabend im Gilserberger Rathaus wichtig, was sie den Menschen im Hochland versprochen hatten: Dass die Gebühr für das Abwasser nicht steigt. Das wollten sie auch halten, da waren sich SPD und CDU einig.

Kommunalaufsicht drängt

Jochen Dörrbecker von der Kommunalaufsicht, der zu dieser Sitzung eingeladen worden war, riet den Gemeindevertretern nachdrücklich, eine kostendeckende Gebühr zu beschließen. Denn spätestens im nächsten Jahr werde der Gilserberger Haushalt nicht mehr genehmigt, wenn ein Minus bei der Abwasserentsorgung entsteht: „Im nächsten Jahr hilft Ihnen keiner mehr davon“.

Auch Inna Schwebs von der Allevo-Kommunalberatung empfahl dem Parlament, die Gebühren anzuheben. Klaus Vestweber (SPD) entgegnete: „Ihre Firma so und so kann uns nichts empfehlen, das geht Sie nichts an.“ Sie werde nur dafür bezahlt, die Kalkulationen zu erstellen. Schwebs betonte, wenn die Gebühren in der Vergangenheit angepasst worden wären, wäre der Schritt jetzt nicht so groß. Die Abwassergebühr in der Gemeinde lag bei 3,85 Euro pro Kubikmeter. Um die Kosten zu decken, müsste sie eigentlich fünf Euro betragen.

So muss die gesplittete Abwassergebühr wohl in 2015 steigen, auch ein Grundbetrag könne hinzukommen. „Wir werden sehen, was sich im nächsten Jahr tut“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Dippel. Er wolle die Einführung nicht für eine Gebührenerhöhung nutzen. Philipp Vestweber (CDU) sagte: „Die gesplittete Abwassergebühr wollten wir alle nicht.“

Bürgermeister Rainer Barth bevorzugte Sätze, die in einen Schritt in Richtung Kostendeckung wären. Denn die Gemeinde bekam Vorgaben, die Gebührenhaushalte auszugleichen. Der Vorstand gab allerdings keine Beschlussempfehlung ab. Barth betonte, die gesplittete Abwassergebühr würde die finanzielle Belastung anders verteilen. Extremfälle müssten jedoch drei- bis vierstellige Summen mehr zahlen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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