Erträge desaströs: Hagel hat die Ernte im Wolfhager Land zum Teil vernichtet

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Lichte Mais-Reihen: Das Unwetter der vergangenen Wochen hat im Landkreis Kassel regional großen Schaden angerichtet. Der Ertragsverlust liegt bei bis zu 70 Prozent.

Wolfhager Land. Zum Erntestart im Landkreis Kassel ist die Stimmung unter den Landwirten gemischt: Während der Großteil mit einem durchschnittlichem Ertrag rechnet, schauen die anderen sorgenvoll auf leere Ähren und gelichtete Maisfelder.

„Die Unwetter der vergangenen Wochen haben im Kreis punktuell großen Schaden angerichtet“, erklärt Stefanie Wittich, Sprecherin des Kreisbauernverbandes. In Wolfhagen, Bründersen, Altenstädt, Hofgeismar, Liebenau und Grebenstein hätten die Bauern bis zu 70 Prozent Ertragseinbußen. Der Hagel habe vor allem Getreide und Mais geschadet. In den anderen Kreisteilen rechnet man beim Bauernverband mit Erträgen von guten sieben bis acht Tonnen pro Hektar.

Neues Gesicht beim Kreisbauernverband Kassel und Werra-Meißner: Stefanie Wittich. Sie ist 29 Jahre alt, kommt aus Homberg/Efze und studierte Ökologische Agrarwissenschaft in Witzenhausen.

Dabei sah es im Frühling in der gesamten Region nicht gut aus. Die Trockenheit sorgte für ein verzögertes Pflanzenwachstum. Die späteren Regenperioden glichen dies wieder aus. Sie gaben dem Grünland einen tüchtigen Schub: „Die Landwirte konnten mehrfach Gras schneiden und haben damit überdurchschnittlich viel Silage mit guten Inhaltsstoffen einfahren können“, so Wittich. Zufriedenstellend hat sich auch der Raps entwickelt.

Abgesehen von der Situation auf den Feldern bleibt das Hauptproblem nach wie vor die Milch. „Der Preis ist inzwischen auf 21 Cent gerutscht“, sagt Wittich. Die Molkereien hätten angekündigt, dass dies im Sommer auch so bliebe. Allerdings sei jetzt ein Hoffnungsschimmer in Sicht. „Da es eine Milchverknappung gibt, könnte der Preis im Herbst ansteigen.“

Die Milchmisere hat Konsequenzen. Innerhalb eines Jahres habe sich der Bestand der Milchkühe im Landkreis Kassel um zehn Prozent verringert. Einige Landwirte hätten einen Teil ihrer Milchkühe zum Schlachter gebracht, andere haben ihren Betrieb aufgegeben.

Quelle: HNA

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