Feuerwehr: Risiken der so befeuerten Kamine werden unterschätzt

„Ethanol ist gefährlich“

Thomas Swoboda

Wolfhager Land. Sie sind beliebt, billig und brandgefährlich: Bio-Ethanol-Kamine gibt es schon für rund 100 Euro zu kaufen und sie landen zu Weihnachten als Geschenk auch in so manchen Haushalten im Wolfhager Land: Feuerwehren, Ärzte und die Stiftung Warentest warnen vor ihnen.

Ein wohliges, warmes Ambiente in den eigenen Wänden sollen sie schaffen, die Bio-Ethanol-Kamine. „Doch die Risiken werden unterschätzt“, sagt der stellvertretende Kreisbrandinspektor und Schornsteinfegermeister Thomas Swoboda. Neben der Brandgefahr sieht er vor allem auch eine Gefahr für die Gesundheit. Die Abgase würden sich in der Zimmerluft anreichern.

Alles andere als wohl ist auch Christiane Böttcher-Tiedemann von der Stiftung Warentest beim Gedanken an solche Kamine: „Bio-Ethanol ist ein sehr konzentrierter Alkohol, wie Brennspiritus, er wird auch als Brandbeschleuniger eingesetzt. Auf keinen Fall unterschätzen: Dieser Brennstoff ist leicht entzündlich, schnell brennbar und höchst gefährlich in Wohnzimmern.“ Bio--Ethanol-Kamine seien einfach aufzubauen, leicht zu befüllen und schnell zu entzünden - zumindest versprechen das Hersteller. Doch haben sich bereits Besitzer dieser Kamine beim Anzünden des Feuers verbrannt.

Oft liege die Gefahr nämlich nicht an der einfachen Installation dieser Feuerstellen, sondern an der Handhabung mit dem Ethanol, sagt der Wolfhager Stadtbrandinspektor Frank Brunst. Spritzreste des Bio-Ethanols müssen unbedingt weggewischt werden, bevor der Kamin entzündet wird. Besonders gefährlich ist es, wenn die Kamine nachgefüllt werden, während sie noch brennen Oft wird Bio-Ethanol sogar als Brandbeschleuniger eingesetzt. Ärzte warnen davor, dass es sich dabei um eine hochentzündliche Flüssigkeit handele.

Bei einigen Kaminen ist das Löschen lange nicht so einfach wie das Anzünden. Wenn es keine Schiebevorrichtung zum Löschen der Flamme gibt, muss das Ethanol vollständig beaufsichtigt abbrennen. Bei einem Brand dürfe nicht mit Wasser gelöscht werden. Darauf weist Brunst hin.

Es handele sich um eine brennbare Flüssigkeit, die im Kontakt mit Wasser explodieren könne. Zur Brandbekämpfung müsse eine Decke oder der Feuerlöscher verwendet werden, erklärt der Stadtbrandinspektor.

Grundsätzlich warnen die Feuerwehren: „Kein offenes Feuer in der Wohnung.“ (ewa/may)

Quelle: HNA

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