EU-Regelung könnte Ehrenamt gefährden

Wolfhager Land. Die EU plant eine Harmonisierung von Arbeitsbedingungen in Europa und will unter anderem eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden für Arbeitnehmer festlegen. Im Altkreis befürchtet man eine Gefährdung der ehrenamtlichen Arbeit, wenn die Ehrenamtszeit unter die Regelung fällt.

Die massive Kritik hat zwar bei der EU bereits dafür gesorgt, dass man die Pläne noch einmal überdenken will. Bis zur endgültigen Verabschiedung wollen die betroffenen Verbände allerdings weiterhin verstärkt auf die aus ihrer Sicht immensen Nachteile einer möglichen Einbeziehung ehrenamtlicher Tätigkeiten hinweisen.

Besonderes das System der Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdienste wäre durch eine solche Regelung in Frage gestellt. Der Landes-Feuerwehrverband bereitet eine Eingebung an das Europäische Parlament vor, damit Ehrenämter aus der Verordnung herausfallen.

„Das Gesetz wäre eine Katasstrophe und würde für die Kommunen im Kreis, die Träger des Brandschutzes sind, teuer“, sagt FDP-Landtagsabgeordneter Helmut von Zech.

Dies kann Wolfhagens Stadtbrandinspektor Frank Brunst nur bestätigen. Habe ein Feuerwehrmann mal mehrere Einsätze in der Woche gehabt, bliebe kaum noch Arbeitszeit an seiner regulären Arbeitsstelle übrig. „Den Ausfall müssen dann die Kommunen tragen.“ Umgekehrt sei der Brandschutz gefährdet, wenn Feuerwehrleute ihr Arbeitspensum bereits erledigt hätten und deshalb für den Einsatz nicht mehr zu Verfügung stünden. Bisher halte sich die Finanzierung von Verdienstausfallgeldern im Rahmen, sagt die zuständige Sachbearbeiterin bei der Stadt Wolfhagen.

Viele Arbeitgeber unterstützen den Einsatz der Wehren und stellten keinen Ausfall in Rechnung. Dies könne sich schnell ändern, wenn sich die Ausfallzeiten durch die EU-Regelung erhöhten, befürchtet die Sprecherin.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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