Im Dorf ist vieles in Eigenleistung entstanden

Die Eubacher packen es an

Für Nachwuchs ist gesorgt: Einer der jüngsten Einwohner Eubachs ist Theodor Groh. Der Sohn von Jens und Anke Groh kam vor drei Monaten zur Welt.

Eubach. Die frische Luft, die Ruhe und die gute Nachbarschaft - das schätzen die Eubacher an ihrem Dorf. Und nicht nur sie. Der kleinste Ortsteil Morschens mit seinen 163 Einwohnern wirkt aufgeräumt und gemütlich. Dafür tun die Eubacher aber auch jede Menge.

Ortsvorsteher Karl Schatz zeigt beim Ortsrundgang mit der HNA an fast jeder Ecke etwas, bei dem die Eubacher selbst angepackt haben. Der Spielplatz wurde auf Vordermann gebracht, der Dorfplatz gestaltet, das Feuerwehrhaus mit Gemeinschaftsraum umgebaut, der Platz vor dem Ehrenmal gepflastert, eine zweite Wasserstelle auf dem Friedhof installiert und noch vieles mehr.

Das Geld, das dafür gebraucht wird, kommt entweder von der Gemeinde Morschen oder von Spendern. „Man kann nicht immer nur warten, fordern und die Hand aufhalten“, sagt der Ortsvorsteher.

Viele engagieren sich, um im Dorf etwas zu bewegen. Es gibt eine Dorfgemeinschaft, die evangelische Frauenhilfe, die Freiwillige Feuerwehr, den Kegelclub Pudelfreunde Eubach und den großen Biohof der Familie Groh-Hirschle, der das Ortsbild prägt.

Ortsvorsteher Karl Schatz verschweigt aber nicht, dass leere Häuser, eine leere Gemeindekasse und der demografische Wandel auch den Eubachern zu schaffen machen. „Natürlich wäre es schön, wenn die Dorfmitte wieder belebt werden könnte“, sagt er mit Blick auf neun Häuser, die momentan im Ort leer stehen.

„Ich wünsche mir junge Menschen, die das Dorf so mögen, wie wir es mögen und genauso viel Herzblut hineinstecken.“

„Aber es gibt immer einen Weg“, sagt Schatz. Wenn man etwas erreichen will, dann muss man auch selbst anpacken - da stimmen auch Karl-Friedrich Köbberling und Jens Groh zu.

Ursula Blackert ist der gleichen Ansicht. Sie zupft an den leerstehenden Häusern entlang der Hauptstraße Unkraut, pflanzt Blumen und kehrt zwischendurch die Straße. „Ich bin ja diejenige, die es am meisten stört“, sagt sie und lacht.

„Wenn vereinbart wurde, dass wir eine Aktion starten, sind die Leute auch da“, sagt Schatz. Dann wird nicht nur gearbeitet, sondern auch gemeinsam gegessen und geschnuddelt. Überhaupt feiern sie gern in Eubach. „Einen Grund zu feiern gibt es eigentlich immer“, sagt der Ortsvorsteher und lacht.

Der Zusammenhalt im Dorf, das ist auch das, was viele schätzen, die, wenn auch schon vor vielen, vielen Jahren, nach Eubach zugezogen sind. Marion Martens, die vor 20 Jahren aus Norddeutschland hier herkam, sagt: „Wir sind so gut aufgenommen worden. Nicht wir mussten aktiv werden, sondern die Leute sind auf uns zugekommen.“

Karlheinz und Edith Schulz sind vor 35 Jahren von Berlin-Kreuzberg nach Nordhessen gekommen und haben es nicht bereut: „Wir wollten Leben wie andere Leute Urlaub machen.“

Die bei schlechtem Wetter verschmutzte Straße an der Ausfahrt des Kalksteinbruchs bemängelt so mancher in Eubach. Der Ortsbeirat hat deshalb für den geplanten Ausbau eines neuen Steinbruchs am Kreuzberg unter anderem angeregt, der Firma Fritz Franke zur Auflage zu machen, dass eine Reifenwaschanlage installiert wird (wir berichteten).

Für die Zukunft seines Dorfes wünscht sich Schatz: „Junge Menschen, die das Dorf so mögen, wie wir es mögen und

genauso viel Herzblut hineinstecken.“

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Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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