Melsunger Tafel unterstützt über 500 Menschen – Seltene Obsorten begehrt

Exoten machen Freude

Engagiert sich ehrenamtlich: Edith Schreiber (links) ist eine von rund 80 Helfern der Tafel Melsungen, die den Kunden die Nahrungsmittel austeilen. Die sind überwiegend von Lebensmittelmärkten und Bäckern gespendet worden.   Foto:  Wüstefeld

Melsungen. Inmitten von Gurken, Äpfeln und Karotten steht sie, die Exotenkiste. Bis auf eine Ananas, ein paar Plattpfirsiche und eine Mango ist kaum etwas darin zu finden, dennoch löst sie Begeisterung bei Sigrid Ligniez aus.

Die Rentnerin arbeitet ehrenamtlich bei der Tafel in Melsungen und sortiert Lebensmittel, die von Märkten und Bäckern gespendet werden. Bananen und Gurken gehen dabei regelmäßig durch ihre Hände, Kumquats eher seltener. „Es ist schön, wenn wir unseren Kunden auch mal so exotische Früchte, die wie Mini-Orangen aussehen, mit nach Hause geben können“, sagt die Melsungerin. Sie arbeitet gern in der Tafel: „Ich habe so viel Gutes erlebt, das möchte ich weitergeben.“

Jeden Dienstag und Donnerstag werden die Lebensmittel zwischen 14 und 17 Uhr ausgegeben. Die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Tafel geht aber schon um halb zehn los: Dann kommen die Fahrer mit den Lieferwagen, die die Lebensmittel bei Märkten und Bäckern abgeholt haben.

„Ich habe so viel Gutes erlebt, das möchte ich weitergeben.“

Sigrid Ligniez

Vier Freiwillige räumen die Nahrungsmittel dann in die Regale ein. „Wir haben drei Kühlschränke, in denen die leicht verderblichen Waren wie Milch und Fleisch lagern“, erklärt Katrin Herb das Prinzip. Obst, Gemüse und Konserven kommen ins Regal nebenan, Brot und Kuchen in das gegenüber.

„Wenn die Ware ankommt, überprüfen wir sie erstmal auf das Haltbarkeitsdatum“, sagt Herb. Erst dann kommen die Sachen ins Regal, am Nachmittag dann zu den Kunden. Die sind Menschen, deren Einkommen so gering ist, dass sie kaum Geld zum Leben haben. „Diese wollen wir unterstützen, deshalb gibt es seit 2005 die Tafel in Melsungen“, sagt Pia Hast, die zusammen mit Herb die soziale Einrichtung koordiniert. Mit weiteren 80 Leuten sorgen sie dafür, dass die Tafel am laufen bleibt.

Über 500 Personen aus Melsungen und Umgebung profitieren davon. „Neben Rentnern sind es vor allem alleinerziehende Mütter, die zu uns kommen“, sagt Hast. Während der Lebensmittelausgabe geht es hinter dem Tresen dann zwar teils hektisch zu, die Kunden aber warten geduldig, bis sie an der Reihe sind – und vielleicht eine exotische Frucht wie die Kumquat bekommen.

Von Constanze Wüstefeld

Quelle: HNA

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