Expedition zum Ruhepol

Ehlener liebt den Blick vom Burghasunger Berg in die Ferne

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Am Ziel: Ludwig Karner und sein Hund Netti auf einer Klippe des Burghasunger Berges. Hinter ihm liegt das Wolfhager Land, der Isthaberg (rechts) und Oelshausen (links).

Burghasungen. Der asphaltierte Weg, der an der kleinen Dorfkirche vorbei zum 480 Meter hohen Plateau des Burghasunger Berges führt, ist nichts für Ludwig Karner. Der 69-Jährige aus Ehlen bevorzugt die alpine Variante, um zu seinem Lieblingsplatz im Wolfhager Land zu gelangen.

Er steigt über den Klippenpfad auf.

„Das ist extrem beschwerlich“, sagt er, aber schon der Weg vorbei an spannenden Felsformationen und „bizarren Bäumen“ sei die Anstrengung wert. Erst recht aber die Ankunft oben auf dem Berg, der einen fantastischen Rundumblick bietet.

Auf einer Klippe, dem Wolfhager Land zugewandt, lässt er sich dann nieder. „Das ist mein Ruhepol.“ Dort genießt Karner die Entspannung nach dem Aufstieg, aber auch das Gefühl, „der ganze Berg gehört mir“. Meist wird der zweifache Vater von seiner Frau begleitet und immer von seiner kleinen Hündin Netti.

Auch seine Kamera hat Ludwig Karner immer dabei. Allerdings fängt der „ernsthafte Amateurfotograf“, wie er sich selbst bezeichnet, damit nicht etwa die packende Landschaft ein, Karner hat es auf Flora und Fauna abgesehen, schießt vorzugsweise Makro-Aufnahmen von den Pflanzen. Und da hat der Burghasunger Berg, diese markante Basalterhebung, durchaus viel zu bieten.

Die Geschichte des Berges, auf dem einst der Heilige Heimerad lebte und ein reiches Kloster stand, von dem heute nur noch ganz wenige Reste zu finden sind, kennt Karner natürlich. Den pensionierten Förster fasziniert aber nicht die Vergangenheit, er begeistert sich für die Gegenwart, für die weite Sicht bis zum Kellerwald, zum Meißner, zum Reinhardswald.

Nach seinem Päuschen auf der Klippe dreht er eine Runde über den Berg, schaut über die Dächer des Dorfes Burghasungen, das sich an den Hang schmiegt, und auf die Autobahn, deren Verkehr nicht zu überhören ist.

Karner ist Pragmatiker: „Die A 44 brauche ich auch“, sagt er, „ich bin froh, dass ich so schnell Anschluss habe an das Straßennetz“. Und das beiße sich auch durchaus nicht mit seinen Überzeugungen als Naturschützer, betont der Mann mit dem markanten weißen Vollbart und dem Zopf. Für den Naturpark und das Forstamt arbeitet er als Waldpädagoge.

Abstieg über den Eselspfad

Wenn er seine Tour auf dem Berg abgeschlossen hat, steigt er über den Eselspfad ab, zum „wunderschönen Amphitheater“, der Burghasunger Bergbühne. „Hier hatte ich meine größten Auftritte“, sagt Ludwig Karner verschmitzt, zuletzt gab er als Mitglied des Habichtswalder Schauspielensembles Alles nur Theater das Rumpelstilzchen.

Morgen wird Ludwig Karner wieder ein anderes Plätzchen ansteuern. Vielleicht geht es zum ehemaligen Standortübungsplatz bei Ehlen, ein Areal, dass er auch ganz besonders mag.

Quelle: HNA

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