Seit München, Ansbach, Würzburg

Wolfhager Personenschützer: Nachfrage nach Sicherheit steigt

Wolfhagen. Der weltweite Terror rückt näher, nach den Attentaten in Ansbach, Würzburg und München sorgen sich immer mehr Menschen um ihre Sicherheit.

Das merkt auch Pascal Trommer. Der Wolfhager leitet das Unternehmen Trommer Protection, das Personenschutz, Gefahrenanalysen und Veranstaltungssicherheit bietet. Und die Nachfrage steigt.

Das Sicherheitbedürfnis vieler nimmt zu, „die Menschen sind beunruhigter“, sagt Trommer. Immer häufiger gibt es für ihn und sein Team Anfragen, beispielsweise Gefahrenanalysen für ein geplantes Urlaubsland zu erstellen. Auch Unternehmer fragen immer öfter an und sogar Familienväter, die ihr Haus und ihre Liebsten möglichst gut schützen möchten. Sogar für Kindergärten und Schulen hat er schon Sicherheitskonzepte ausgearbeitet. „Bei uns und auch bei anderen Firmen in diesem Bereich ist die Nachfrage gestiegen, vor allem in diesem Jahr“, sagt der 40-Jährige.

Allerdings: die meisten Anfragen kommen nicht aus Deutschland. In anderen europäischen Ländern scheint die Sicherheit mehr im Fokus zu stehen. Trommer Protection arbeitet eng mit einem polnischen Sicherheitsunternehmen zusammen, das weltweit agiert. Entsprechend oft ist der Wolfhager auch im Ausland unterwegs, um beispielsweise Personen zu schützen - ob in Europa oder auf anderen Kontinenten.

15 Jahre war Pascal Trommer bei der Bundeswehr. Dort war er als Ausbilder und taktischer Trainer im Bereich Personenschutz und Zugriffseinheiten der Feldjäger, das ist die Militärpolizei, sowie bei ausländischen Einheiten tätig. In dieser Zeit hat er Erfahrungen in Auslandseinsätzen gesammelt. Davon profitiert er jetzt ebenso wie seine Kollegen. Alle sind Ex-Militärs oder ehemalige Polizisten. Sie bereiten mittlerweile auch Journalisten vor, die in anderen Ländern arbeiten, und raten ihnen, wie sie sich vor Gefahr schützen können. Auch andere Personenschützer bildet Trommer Protection aus, ebenso bietet das Team Workshops mit Weiterbildungen für Polizisten in Ländern wie Afghanistan. Trommer selbst hat einige Zusatzausbildungen, auch auf polizeilicher Ebene.

In Zukunft, so vermutet der Sicherheitsexperte, wird es auch in Deutschland weitere extreme Gewalttaten geben. Panik sei jedoch nicht angesagt. Feinfühliger solle man durchaus werden, doch man solle auch das Vertrauen in Staat, Polizei und Geheimdienste haben. Die Mitarbeiter dort seien gut ausgebildet und versuchten, das Risiko von Gewalttaten zu minimieren.

„Auch früher schon gab es in Deutschland Anschläge und Attentate“, sagt Trommer. Ob durch die Rote Armee Fraktion (RAF), zahlreiche Amokläufe oder auch die Mordserie des NSU. Wie in seinem Job sei es auch bei den Behördenmitarbreitern wichtig, gut ausgebildet zu sein und sich gut vorzubereiten. „Dann lässt sich zumindest das Risiko minimieren.“

Quelle: HNA

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