„Das Herz - der Motor im Körper"

Experten informierten in Melsungen über Herzkrankheiten

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Übergewicht als Risikofaktor für Herzinfarkt: Unser wichtigstes Organ stand am Sonntag in der Melsunger Stadthalle beim „Tag zum Herz“ im Mittelpunkt.

Melsungen. Der Freundes- und Förderkreis Klinikum Melsungen veranstaltete mit der Melsunger Asklepios Klinik einen Informationsnachmittag unter dem Motto „Das Herz - der Motor im Körper".

Eingeladen waren Experten des Schwalmstädter Klinikums und der Marburger Uniklinik, die die Besucher über den Stand in der Kardiologie aufklärten. Etwa 100 000-Mal schlägt unser Herz am Tag - bis es irgendwann aufgibt. Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Und das, obwohl sich viele der Fälle verhindern ließen.

Vorhofflimmern

Volker Wagner

So warnte unter anderem Elvan Akin, Chefarzt der Inneren Abteilung des Klinikums Schwalmstadt, vor der Volkskrankheit Vorhofflimmern, eine Form der Herzrhythmusstörung, die auch zum Schlaganfall führen kann. „Gerade bei Herzrhythmusstörungen greifen immer noch viele auf Medikamente zurück, anstatt sich ärztlich behandeln zu lassen“, sagte Akin.

Herzstillstand

Auch wenn es zum Herzstillstand komme, sei in vielen Fällen noch Rettung möglich. Viele Betroffene können noch reanimiert werden, oder besser: könnten. Denn Deutschland ist im internationalen Vergleich Schlusslicht. Nur in 22 Prozent der Fälle kommt es zur Reanimation durch Laien, der Wert liegt in anderen europäischen Ländern deutlich höher. Das will auch der Freundes- und Förderkreis Klinikum Melsungen ändern.

Gründe für Krankheiten

Besonders vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft, sei es wichtig, auf Behandlungsmöglichkeiten hinzuweisen und über das Thema zu informieren. „Die Zahl der Fälle von Herzkrankheiten nimmt zwar zu - Schuld daran ist aber weniger ein veränderter Lebenswandel, sondern vor allem die steigende Lebenserwartung und das höhere Alter“, so Akin.

Notfallkarten

Gunther Claus

Neben den Infoveranstaltungen, die vom Verein jährlich veranstaltet werden, versucht man auch mit anderen Aktionen über Herzkrankheiten zu informieren. Erst kürzlich verteilte der Verein 6000 Notfallkarten an Haushalte in Melsungen mit Anweisungen, wie man Erste-Hilfe-Maßnahmen umsetzt.

„Jeder sollte wissen, wie man in solchen Fällen helfen kann. Weil das Wissen darüber aber nicht zum Alltag gehört, vergessen viele die lebensrettenden Schritte wieder“, sagt Volker Wagner, der Vorsitzende des Vereins. Vonseiten der Vortragenden zeigte man sich mit dem Verlauf des Informationsnachmittages zufrieden: „Die Leute haben sehr aufmerksam zugehört“, urteilte Gunther Claus, Chefarzt der Inneren Abteilung beim Melsunger Krankenhaus, der die Veranstaltung auch moderierte.

Quelle: HNA

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