Facebook-Gruppe erinnert an Pommes von der wilden Hilde

Spangenberger auf Facebook: Dieses Foto von der 675-Jahr-Feier wurde von einem Gruppenmitglied hochgeladen und von anderen rege kommentiert. Repro: HNA

Spangenberg. Im Internet werden Heimatgefühle wach. Nur eine kurze Nachricht, und schon ist man wieder in den Zeiten, als es noch die Disco Roma in Spangenberg gab und als die Postleitzahl noch 3509 war.

Es war die Zeit der Jugend, die Zeit mit den Freunden von damals. So geht es vielen Spangenbergern und Ex-Spangenbergern, die sich im sozialen Netzwerk Facebook gefunden haben. Ihre Gruppe heißt „Du bist Spangenberger, wenn...“.

Patrick Gindal, ein Spangenberger, der mittlerweile in der Schweiz lebt, hat den Zusammenschluss ins Leben gerufen. Das war am 27. August diesen Jahres, um 22.50 Uhr. Zehn Minuten später gab‘s die erste Reaktion auf die Gruppengründung. Seitdem hat die Gruppe 491 Mitglieder, und täglich werden Nachrichten gepostet, wie es im Facebook-Jargon heißt.

Dort ist dann zu lesen, dass man Spangenberger ist, „wenn Du dir auch immer nach der Schule bei der Wölmschen Apotheke Dein Kaubonbon abgeholt hast“. Oder: „...Du bei Frau Herchenröther einen karierten Turnbeutel genäht, die Kordel selbst gedreht und deinen Namen im Kreuzstich draufgestickt hast.“ Oder: „...Du Dir bei Radio Kellner deine erste LP gekauft hast“. Dieser Satz weckt Erinnerungen bei den Facebook-Nutzern: 20 Mal wurde der „Gefällt mir“-Button geklickt, und Erinnerungen werden ausgetauscht. Einer schreibt, dass er sich dort die Platte „Rage hard“ von Franky goes to Hollywood gekauft hat. Ein anderer beichtet, dass seine erste CD aus dem Laden stammt; „Girl, I’m gonna miss you“ von Milli Vanilli.

In frühere Schulzeiten werden die Spangenberger versetzt, wenn Nutzer über ihre Essgewohnheiten in den Pausen oder nach der Schule schreiben. Da werden die „Pommes bei der wilden Hilde“ mit der „leckeren Soße“ und die Fleischsalatbrötchen im kleinen Supermarkt an der Kirche beschworen. Da fällt einem Nutzer ein, dass er dabei erwischt wurde und zu einer Strafarbeit verdonnert wurde. Das Thema: Warum man während der Schulzeit nicht zum Krause gehen darf.

Der Handarbeitsunterricht bei Fräulein Labrentz bleibt auch nicht unerwähnt, und die User ergänzen ihre Erinnerungen mit genähten und bestickten Nadelkissen und einem Rock, der nie fertig geworden ist.

Ach ja, und dann war da noch die Tanzstunde. Die einen waren im Goldenen Löwen, die bei Facebook aber als „uncool“ kommentiert wird. Rund ging’s beim Tanzkurs im Grünen Baum. Dort, wo in den 70er-Jahren der Kinderfasching stattfand und „der Grünebaum-Henner dann immer eine Kiste Mohrenköpfe spendiert hat“.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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