Fritzlarerin Christin Richter leitet Internet-Gruppe für Feinschmecker aus aller Welt

Bei Facebook schmeckt’s

Locker und fruchtig: Dieses Panna Cotta ist ein tolles Sommer-Dessert und die Zubereitung nicht schwierig. Fotos: Privat /nh

Fritzlar. Ein Hauch Ingwer, eine Prise Curry, et voilà: Ausgefallene Gerichte aus aller Welt lassen sich in Christin Richters Facebook-Gruppe „Christin’s kitchen“ (Christins Küche) finden und mit passender Anleitung ganz einfach nachkochen.

Seit knapp einem Monat gibt es die Online-Küche der Fritzlarerin auf Facebook. Über 50 Mitglieder veröffentlichen Bilder ihrer selbstgekochten Gerichte und tauschen Rezepte und Rätschläge untereinander aus. Darunter sind Freunde und Bekannte aus Amerika, England, Italien und Deutschland. Eine bunte Mischung verschiedener Kulturen, das mache die Gruppe unglaublich vielfältig. Die Kommunikation findet hauptsächlich auf Englisch statt, sagt Richter.

Im Landkreis aufgewachsen

Aufgewachsen ist die gebürtige Leipzigerin im Schwalm-Eder-Kreis. Nach der Lehre zur Hotelfachfrau am Tegernsee ist sie nach England gegangen, wo sie 14 Jahre lang lebte.

Der dort ansässige Meisterkoch Antonio Carluccio begeisterte sie mit seinen Kochkünsten von Beginn an. Alle Fernsehsendungen hat sie von ihm verfolgt, jedes seiner Kochbücher gelesen. Er ist Leiter der Restaurantkette „Carluccio’s Caffè“ und betreibt das Neal-Street-Restaurant im Londoner Stadtteil Covent Garden. Heute ist der Italiener Richters größtes Vorbild. „Er ist nahbar“, sagt sie „das will auch ich für meine Mitglieder sein.“ So kommt es, dass sie, je nach Tagesverfassung, einige Zeit im Internet verbringt, um Nachrichten zu beantworten und Ratschläge zu geben. „Diese Gruppe ist besser als jedes Kochbuch“, sagt Richter „denn ich kenne keines, das so viele Fragen beantworten kann.“ Ob Gerichte für alleinstehende Männer oder Drei-Gänge-Menüs für besondere Anlässe: „Für jeden ist etwas dabei“, sagt die 39-Jährige.

Zutaten aus dem Garten

Zu Hause in ihrem Garten baut die Hobby-Köchin verschiedene Pflanzen an. Das heimische Sortiment reicht von Zitrönenbäumen über Ananaspflanzen bis hin zu Ingwer. Frisch geerntet wird es gleich verwertet. Sind die passenden Zutaten nicht vollständig vorhanden, kreiert Richter einfach eigene Rezepte, wie beispielsweise „Christin’s Lazy Curry“ (Christins Curry für faule Leute).

In einem grünen Hefter befinden sich sorgfältig sortiert hunderte von Rezepten. „Das ist so ähnlich, wie eine Briefmarkensammlung“, sagt Richter und lacht. Nach einem hat sie ganze zehn Jahre gesucht: indonesisches Hühner-Sate mit gebackener Banane.

„Einmal Antonio Carluccio persönlich zu treffen, das wär’s.“

Christin richter

Ein Ziel verfolgt Richter mit der Gründung ihrer Gruppe nicht. „Kochen ist mein Hobby und es freut mich, dies mit anderen teilen zu können“, erklärt sie. Einen Moment später fällt ihr doch noch etwas ein: „Einen Wunsch habe ich: Einmal Antonio Carluccio persönlich zu treffen, das wär’s.“

Von Isabell Stephan

Quelle: HNA

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