Neue Struktur der zweitgrößte Feuerwehr im Kreis setzt auf Spezialisierung

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Essen und Trinken für 80 Einsatzkräfte: Die Welcheröder Wehr hält den Verpflegungszug für die Wehr Frielendorf vor, hier von links Sascha Wölk, Vize-Wehrführer Benjamin Weber, Michaela Steinhauer, Corinna Schrul, Franziska Weber und Timo Ritter. 

Frielendorf. Damit die Gleichung „retten, löschen, bergen und schützen“ angesichts demografischer Veränderungen und knapper Kassen für die Wehren der Gemeinde Frielendorf auch weiterhin aufgeht, setzt die Kommune auf ein neues Konzept, das teilweise schon umgesetzt ist. 

Mit der Spezialisierung einzelner Ortsteil-Wehren soll in der flächengrößten Gemeinde des Landkreises auch in Zukunft eine schlagkräftige Feuerwehr sichergestellt sein.

16 Ortsteile, sinkende Einwohnerzahlen und trotzdem eine leistungsfähige Wehr. Unter diesen Vorgaben entwickelten Gemeindebrandinspektor Norbert Mühling und seine Feuerwehrkollegen jede Menge Ideen. Nicht an einem Stützpunkt bündeln, sondern dezentralisieren, den einzelnen Wehren ein spezielles Profil geben – unter diesen Titel stellten sie ihr Konzept. Einsatzschwerpunkte der Feuerwehren in Obergrenzebach und in der Kerngemeinde sind zum Beispiel technische Hilfeleistungen, erklärt Mühling. Sie rücken meist zu schweren Unfällen aus, sind dementsprechend mit Seilwinde, Schere, Spreizer und Hebekissen ausgestattet, und das Personal ist natürlich fit im Umgang mit diesem Gerät.

Auch die neue Verpflegungseinheit der Welcheröder Feuerwehr steht für die neue Struktur der Frielendorfer Wehren: Die 18 Frauen und Männer dieses Trupps versorgen bei länger andauernden Einsätzen ihre Kollegen mit Essen und Trinken. Sie sind dafür unter anderem mit Kochern und Nahrungsmitteln ausgestattet. „Wir sind aber auch mit unserem Kleinlöschfahrzeug bei Notfällen in der Gemarkung Welcherod als erste zur Stelle“, erklärte der stellvertretende Wehrführer Benjamin Weber.

Mühling und sein Stellvertreter Michael Bühn nennen weitere Punkte: Die Todenhäuser sind die Experten für Logistik.

Mit ihrem Fahrzeug bringen sie spezielles Gerät an den Einsatzort, unter anderem ein beheizbares Schnelleinsatzzelt. Die Feuerwehrleute in Großropperhausen sind aktuell dabei, Experten in Sachen Gefahrgut zu werden.

Außerdem formieren sich Einsatzkräfte zur Wasserrettungsgruppe am Silbersee und in der Führungsstaffel. Die Führungsstaffel mit Personal aus allen Ortsteilen koordiniere zum Beispiel bei einer schweren Unwetterlage die Einsätze, beschreibt der Gemeindebrandinspektor die Aufgaben dieser Einheit.

Nicht jede einzelne Ortsteil-Wehr muss im Ernstfall jedes Gerät und passend ausgebildetes Personal vorhalten. Eine Rechnung, die aus Sicht des stellvertretenden Gemeindbrandinspektors aufgeht: „14 Wehren mit 370 Einsatzkräften und 20 Fahrzeugen in 16 Frielendorfer Ortsteilen: Spezialisierung – damit passen wir uns den veränderten Umständen an.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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