Fachwerk im Fokus bei geplantem Tourismus-Projekt

Touristen anlocken und Leerstand vermeiden: Das Regionalmanagement Nordhessen will beides mit einem neuen Projekt miteinander verknüpfen. Vor allem Fachwerkhäuser stehen dabei im Fokus. Foto:  dpa

Kreis Kassel. "Ferienwohnungen sind ein boomender Markt", sagt Ute Schulte, Leiterin Tourismus beim Regionalmanagement Nordhessen. Deshalb wird das Projekt Feriendorf Grimmheimat Nordhessen umgesetzt.

Bis zu 70 vor allem regionaltypische Häuser sollen in der Region saniert, einheitlich eingerichtet und über eine Gesellschaft vermarktet werden.

Immer weniger Ferienwohnungen wird es künftig geben, geschuldet ist das dem demografischen Wandel. Doch die Region ist beliebt bei Urlaubern, viele Anbieter von Ferienwohnungen akquirieren hier in der Gegend, sagt Ute Schulte, Leiterin Tourismus beim Regionalmanagement Nordhessen. Deshalb soll nun dieser Tourismuszweig gestärkt werden durch das Projekt Feriendorf Grimmheimat Nordhessen.

Der drohende Wegfall von Ferienwohnungen in Verbindung mit dem Leerstand in der Region hat das Team des Regionalmanagements auf die Projektidee gebracht. Bei Project M, einer Unternehmensberatung für Tourismus- und Freizeitbranche, wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Design regional geprägt

Die Empfehlung aus der Studie: Eine Zentrale Pacht- und Betreibergesellschaft soll gegründet werden, die Ferienwohnungen aus der Region anmietet, einrichtet und vermarktet. Der Aufbau der Gesellschaft soll möglichst bald beginnen, sagt Ute Schulte. Kosten wird das rund 50 000 Euro, etwa 50 Prozent davon werden wohl gefördert, die entsprechenden Anträge wurden bereits gestellt.

Steht die Pacht- und Betreibergesellschaft, muss noch ein Designkonzept entwickelt werden. Die Ausstattung, so schlägt es die Studie vor, soll hochwertig und „regional geprägt“ sein. Auch ein Marketingkonzept muss noch ausgearbeitet und wirtschaftliche Berechnungen angestellt werden. Zuletzt kommt der Name: „Projekt Feriendorf Grimmheimat Nordhessen ist nur ein Arbeitstitel“, sagt Schulte.

Ansprechpartner für Gäste

Finden sich Eigentümer, die Immobilien auf Vordermann bringen und an die neue Gesellschaft übergeben wollen, kann die einheitliche Einrichtung der Wohnungen beginnen. Rund 20.000 Euro hat die Studie für Möbel & Co. veranschlagt. Diese Kosten müssten die Besitzer nicht übernehmen.

„Es wird ein in sich tragfähiges Projekt sein“, sagt Ute Schulte. „Es wird keinen Gewinn abwerfen, aber auch kein Minus machen.“

Bis zu 70 Fachwerkhäuser und -wohnungen, die in der Nähe touristischer Zielen liegen, sollen in dem Projekt gebündelt und gemeinsam vermarktet werden. Und weil auch die Betreuung der Gäste vor Ort eine Rolle spielt, sollen Ansprechpartner gefunden werden. Eine Person könnte sich beispielsweise um etwa zehn Ferienwohnungen kümmern, Info-Mappen verteilen und für Fragen zur Verfügung stehen. Das solle „den Ansprüchen der Gäste entsprechen“.

Schon zum Saisonstart 2017 könnte das Projekt Feriendorf Grimmheimat Nordhessen an den Start gehen. Schulte ist sicher: „In den Ferienwohnungen der Region steckt viel Potenzial.“

Ferienwohnungs-Betreiber in allen Kommunen in Nordhessen wurden für die Machbarkeitsstudie zum Projekt Feriendorf kontaktiert, zwei Drittel meldeten sich zurück. Demnach gibt es in 65 Orten 1000 Betriebe mit rund 10 000 Betten, sagt Ute Schulte. 78 Prozent haben keine Angaben zur Sternequalität ihrer Ferienwohnungen gemacht oder haben keine Sterne.

Für das Projekt werden derzeit Fachwerkhäuser und -wohnungen gesucht. Wer seine Immobilie anbieten möchte, meldet sich bei Projektleiterin Bianka von Roden, Regionalmanagement Nordhessen, unter Tel. 0561 / 970 62 - 201, Mail: vonroden@regionnordhessen.de.

Quelle: HNA

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