Joséphine Albers aus Allendorf ist deutsche Vize-Meisterin im Kickboxen

Mit Fäusten nach vorne

Erfolgreiche Kickboxerin: Joséphine Albers aus Allendorf hat schon zahlreiche Pokale und Medaillen gewonnen. Bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Kickboxen kämpfte sich die 14-Jährige auf den zweiten Platz. Foto: Heinz

Wenn Joséphine kämpft, verlässt ihre Mutter den Raum. Sie kann nicht mit ansehen, wie ihre Tochter im Ring steht. Stolz ist die Mutter trotzdem – und dazu hat sie auch allen Grund.

Joséphine stand vor Kurzem wieder auf dem Treppchen. Die 14-Jährige aus Allendorf kämpfte sich bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Kickboxen auf Rang zwei.

„Ich messe mich gerne mit Anderen und lerne Neues dazu“, sagt Joséphine über ihre Leidenschaft zum Kickboxen. „Ich will bis zum schwarzen Gürtel aufsteigen.“ Fünf Gürtel fehlen noch, dann hat sie dieses Ziel erreicht.

Kickboxen und Formenlauf

Eigentlich war das Kickbox-Training für ihren älteren Bruder gedacht, aber auch Joséphine ließ sich vom Kampfgeist des Falcon Fighter Teams Schwalm-Eder anstecken. Während ihr Bruder nicht lange durchhielt, trainierte Joséphine weiter – als eines der wenigen Mädchen. Unterstützung erhielt sie von Beginn an von ihrem Trainer Andreas Riem. Seit dem Winter kämpft sie in der Disziplin Leichtkontakt.

Kickboxen alleine reichte Joséphine bald nicht mehr: Zum Training am Boxsack kam 2011 Formenlauf bei Trainer Sascha Korth dazu. Hier kämpfen die Sportler zu vorher eingeübten Choreografien gegen imaginäre Gegner.

Inzwischen hat Joséphine bei Wettkämpfen Dutzende Pokale und Medaillen gesammelt. Allein in diesem Jahr belegte sie bei der Hessenmeisterschaft und der Bezirksmeisterschaft den ersten Platz. „Ihr Vater will ihr für die vielen Pokale eine eigene Vitrine bauen“, sagt Mutter Carmen.

Angst vor Verletzungen hat Joséphine keine. „Bei der Deutschen Meisterschaft habe ich mir eine blutige Nase geholt, sonst ist bis jetzt nie etwas passiert“, sagt sie. „Verletzungen und ein gewisses Risiko gehören dazu. Aber das ist kein Grund, mit dem Kickboxen aufzuhören.“

Festes Ziel vor Augen

Joséphine ist ehrgeizig, auch über den Sport hinaus. Für ihre berufliche Zukunft hat sie sich ein klares Ziel gesetzt: „Nach dem Fachabitur will ich auf die Polizeihochschule und dann zum Spezialeinsatzkommando.“ Auch eine Ausbildung zur Trainerin sei denkbar. Zu ihren Vorbildern gehört Spitzenboxerin Christine Theiss. „Ich würde sie sehr gerne mal treffen und mich mit ihr über den Sport austauschen.“

Neben der Schule hat sie einen vollen Terminkalender: Drei- bis viermal Training in der Woche, ein Nebenjob und die Feuerwehr halten sie auf Trab. In wenigen Wochen steigt Joséphine wieder in den Ring: Bei der Manus Trophy in Gräfenhausen wird sie in der Disziplin Leichtkontakt antreten. Und ihre Mutter wird wieder den Raum verlassen.

Quelle: HNA

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