Elternbeirat und Ortsbeirat in Spangenberg kritisieren Verhalten von Eltern

Fahren bis zur Schulpforte - Kritik an Eltern

Wer zu Fuß kommt, muss aufpassen: Im Bereich des Eulenturms ist die Straße sehr schmal, bei Begegnungsverkehr wird es kritisch. Hier hilft nur langsam fahren. Fotos: Schäfer-Marg

Spangenberg. Vom „Drive-in-Klassenzimmer“ spricht Elternbeiratsvorsitzende Kirsten Meyer-Stahl ironisch, wenn sie die Verkehrssituation rund um die Burgsitzschule in Spangenberg beschreibt.

Jeden Morgen bringen Eltern mit dem Auto ihre Kinder zum Nebeneingang der Schule, Halteverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen im verkehrsberuhigten Bereich würden dabei konsequent ignoriert.

Der Bereich um den Eulenturm werde zum Wendehammer, Autos stoppten direkt vor dem Schuleingang. Im engen Bereich zwischen Unterhain und Karl-Engelhardt-Straße sehen Elternbeirat und auch der Spangenberger Ortsbeirat einen Gefahrenherd für zu Fuß gehende Schulkinder. Die müssten sich dicht an die Häuser drängen, um den Autos im Begegnungsverkehr ausweichen zu können.

Auch beim Busbahnhof gehe es mittags rund, berichtet der stellvertretende Ortsvorsteher Jörg Lange. Eltern parkten im absoluten Halteverbot, so dass die Busse Schwierigkeiten beim Wenden hätten.

Ortsvorsteherin Claudia Schenk, früher Lehrerin an der Burgsitzschule, kennt das Problem schon lange. Aber: „Ich sehe da keine Lösungsmöglichkeit, weil die Eltern uneinsichtig sind“, sagt sie. Diese Erfahrung hat auch Elternbeiratsvorsitzende Meyer-Stahl gemacht: „Wir haben schon viele Elternbriefe geschrieben, aber es hat nichts genützt.“ Ein Umstand, den sie nicht nachvollziehen kann: „Eltern haben doch Vorbildfunktion. Wenn sie sich nicht an die Regeln halten, dann glauben auch die Kinder, sich nicht an daran halten zu müssen.“

Für Entspannung habe ein Geschwindigkeitsanzeiger gesorgt, der vorübergehend installiert war und auf die herannahmenden Autofahrer offenbar einen „Hallo- wach-Effekt“ hatte, berichtet Lange.

Er sagt: „Wir wollen die Eltern mit unseren Appellen doch nicht verärgern, sondern für das Problem sensibilisieren - und zwar, bevor etwas passiert.“ Er kritisiert, dass Eltern zu schnell unterwegs seien und anhielten, wo es ihnen passe - bevorzugt direkt vor der Schultür. Dabei könnten sie ihre Kinder auch auf regulären Parkplätzen aus dem Auto lassen, sei es Marktplatz, Brauhausplatz, Parkpalette oder auch beim Hallenbad.

Und überhaupt: Es würden zu viele Kinder mit dem Auto gebracht, statt sie zu Fuß zur Schule laufen zu lassen, wie es noch eine Generation zuvor üblich war, meint Lange. Er wundert sich: „Und das bei diesen hohen Spritpreisen.“

Von Silke Schäfer-Marg

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Quelle: HNA

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