Auch Hubschrauber im Einsatz

Fahren im Wald: „Einige unbelehrbare Cross- und Quadfahrer"

Ärgernis für Förster, Spaziergänger und die Polizei: Motocrossfahrer, hier bei Hattenhausen im Sommer 2013. Archivfoto:  Norbert Müller

Wolfhager Land. Immer mal wieder sind Motocross- oder Quadfahrer in heimischen Wäldern unterwegs und stören so Natur und Erholungsuchende.

Die Polizei Wolfhagen reagiert mit Ermittlungs - und Ordnungswidrigkeitsverfahren darauf, sagt Volker Pieper, Leiter der Polizeistation, im Gespräch mit der HNA.

In den vergangenen Jahren ist es in den Wäldern im Wolfhager Land immer wieder zu Vorfällen gekommen, weil motorisierte Zweirad- oder Quadfahrer sich offenbar nicht an die Regeln gehalten haben. Ist das ein Thema für die Polizei ?

Volker Pieper: Ja, leider immer noch. Wir haben es schon seit Jahren mit einigen unbelehrbaren Cross- und Quadfahrern zu tun, die kein Verständnis für das Ruhebedürfnis von Mensch und Natur zeigen und zum Teil völlig rücksichtslos durch die Wälder rasen.

Dabei handelt es sich um eine kleine Gruppe, die der überwiegenden Mehrheit der Motocross-Fahrer einen Bärendienst erweist: Die haben nämlich kein Interesse daran, anderen Menschen Angst einzujagen oder Sachbeschädigungen zu verursachen, und sind eher um die Anerkennung ihres Sports bemüht.

Wie geht die Polizei gegen solche Verstöße vor ?

Volker Pieper

Pieper: Im Sommer 2013 hatte dieses Problem ein solches Ausmaß angenommen, dass die Wolfhager Polizei mit großem Aufwand reagieren musste. Hintergrund dafür waren Straftaten wie Gefährdung im Straßenverkehr, Nötigungen, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Beleidigungen, aber auch andere Delikte, die im Raum standen. Wir haben den Kontrolldruck dann massiv erhöht. So waren bei einem sonntäglichen Einsatz nahezu 50 Beamte im Einsatz. Mit dabei auch zivile Dienstkräder, Spezialfahrzeuge und ein Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel Hessen.

Wie viele Fahrer wurden bereits belangt?

Pieper: Insgesamt haben wir bislang sechs Ermittlungsverfahren wegen Straftaten und zahlreiche Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet. Außerdem wurden von uns 20 Moto-Cross-Fahrer angesprochen, denen wir Alternativmöglichkeiten aufgezeigt haben, beispielsweise legale Strecken in der Region Nordhessen.

Und wie sieht es aktuell aus?

Pieper: Wie in den Jahren zuvor behalten wir die Lage, die sich in den vergangenen Jahren etwas entspannt hat, auch aktuell im Rahmen unserer Streifentätigkeiten im Auge. Insbesondere wenn sich Zeugen an uns wenden und illegale Crossfahrer melden, versuchen wir möglichst sofort, vor Ort zu gehen und einzuschreiten.

Da spielt der Zeitfaktor eine ganz entscheidende Rolle: Je früher wir alarmiert werden, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg.

Haben die bislang erfolgten polizeilichen Einsätze Wirkung gezeigt ?

Pieper: Davon sind wir überzeugt und das berichten uns auch immer wieder Menschen, die in unseren Wäldern Erholung suchen. Allerdings ist damit das Problem nicht vom Tisch. Dieses Thema wird uns auch in Zukunft immer wieder einmal beschäftigen. Darauf sind wir aber auch vorbereitet.

Die Wälder im Wolfhager sind nicht nur wunderschön, sondern auch von erheblicher Größe. Deshalb brauchen wir die Unterstützung der Bevölkerung, von Forstarbeitern, Joggern und Wanderern, um hier nur wenige Beispiele zu nennen, die uns helfen, den Wald zu schützen.

Quelle: HNA

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