Sicherer im Straßenverkehr 

Seit drei Jahren: Eine Fahrschule für Senioren

Jung und Alt tauscht Erfahrungen aus: von links hinten stehend Heinz Sohl , Alina Überdiek und Gisbert Schneider (Fahrschule Schneider). An den Tischen sitzen von links Gisela Nadler, Annemarie Löwer, Waltraud Fitzenberger, Maria Hofmann, Farid Mirzaee, Kiara Dittmar, Marian Müge und Marlene Hollstein. Foto: Leissa

Röhrenfurth. Die Senioreninitiative "Wir in Röhrenfurth" organisiert Fahrschulunterricht für ältere Autofahrer.

„Bei Wer wird Millionär wurde letztens die Frage gestellt, wie man die Parkscheibe richtig einstellt. Ich habe die Antwort sofort gewusst“, erzählt die Seniorin Gisela Nadler stolz auf dem Parkplatz vor der Fahrschule Schneider in Melsungen. Sie und vier weitere Senioren treffen sich dort wöchentlich, um am theoretischen Fahrschulunterricht teilzunehmen.

Seit drei Jahren ermöglicht die Senioreninitiative "Wir in Röhrenfurth", kurz WIR, gemeinsam mit der Seniorenbeauftragten der Stadt Melsungen, Alina Überdiek, das Projekt.

Ziel ist es laut Überdiek, die Senioren über die veränderte Verkehrssituation zu informieren. „Einige Teilnehmer haben ihren Führerschein vor 50, 60 Jahren gemacht“, sagt Überdiek. Seitdem habe sich der Straßenverkehr stark verändert. „Viele haben den Eindruck, dass der Straßenverkehr hektischer geworden ist“, erklärt Heinz Sohl, Sprecher der Senioreninitiative. Der Unterricht soll Ängste abbauen und die Mobilität der Senioren erhalten und verbessern.

Unterricht anders als früher

Die Teilnehmer haben nach einigen Bedenken den Schritt zur Fahrschule gewagt: „Der Unterricht ist ganz anders als früher. Wenn man früher eine Unterrichtseinheit verpasst hat, hatte man Pech. Heute ist man erst mit der Theorie durch, wenn man auch wirklich alles gelernt hat“, sagt Waltraud Fitzenberger. Anfangs hatten Sie und die anderen Senioren Sorge, im Unterricht nicht mithalten zu können oder sich zu blamieren - und zwar vor den jungen Fahranfängern.

Das Abgeben des Führerscheins ist für viele aber keine Option, weiß Heinz Sohl. Vor allem nicht, wenn man im ländlichen Raum wohnt und auf sein Auto angewiesen ist. Nachdem aber die ersten Teilnehmer des freiwilligen, theoretischen Fahrunterrichts ihre Erfahrungen mit anderen Senioren aus Röhrenfurth teilten, meldeten weitere ihr Interesse an.

Inzwischen frischt die fünfte Gruppe die Theorie auf, um auch die eigene Fahrpraxis zu verbessern. Der nächste Kurs ab Mai ist laut Sohl auch schon voll. Bevor es überhaupt losgeht, bespricht Fahrlehrer Gisbert Schneider mit den Senioren, welche Theorie-Schwerpunkte aufgefrischt werden sollten.

Voneinander profitieren

Im Schulungsraum der Fahrschule sitzen die Senioren dann mit den jungen Fahranfängern zusammen. Anfangs traute man sich nicht, etwas zu sagen, geben die Senioren zu. Dann merkten sie aber schnell, dass sowohl die jungen als auch die älteren Schüler voneinander profitieren können. „Jeder von uns hat kleine oder große Erfahrungen im Straßenverkehr gemacht“, sagt Fitzenberger.

Dieser Erfahrungsaustausch habe die Schüler verschiedenen Alters zusammen gebracht. Die Kursteilnehmer fühlen sich viel sicherer im Verkehr.

Quelle: HNA

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