Cantus hielt wiederholt nicht an Bartenwetzerbrücke – Weitere Stopps nicht geplant

Fahrt ging einfach weiter

Durch gerauscht: Der Cantus R5 von Bebra nach Kassel hielt am Mittwochmorgen nicht am Haltepunkt Bartenwetzerbrücke in Melsungen. Foto: V. Koch

Melsungen. Es ist Mittwochmorgen, 5.51 Uhr: Eigentlich wollte Marlis Neubert nun an der der Haltestelle Bartenwetzerbrücke in Melsungen aussteigen und zur Arbeit gehen. Doch der Zug der Cantus Verkehrsgesellschaft fuhr entgegen des Fahrplans einfach weiter.

Der Berufspendlerin aus Eisenach blieb nichts anderes übrig, als bis zur nächsten Haltestelle in Guxhagen zu fahren. Dort warteten sie und drei ihrer Mitfahrer – die auch an der Bartenwetzerbrücke aussteigen wollten – auf den nächsten Zug zurück in Richtung Melsungen.

„Eine Stunde zu spät kam meine Frau zur Arbeit“, sagt Christian Neubert. Er meldete sich nach dem Vorfall bei der HNA.

Seine Ehefrau habe zwar Gleitzeit, trotzdem sei das Ganze ärgerlich. „Ihr fehlt jetzt eine Stunde“, sagt Neubert. Die müsse die 61-Jährige nacharbeiten. Und das nicht zum ersten Mal.

Schon vor einem Jahr fuhr Marlis Neubert mit einem Cantuszug ungewollt bis nach Guxhagen. Generell halten nur wenige Züge der Cantusverkehrsgesellschaft an der Haltestelle Bartenwetzerbrücke. An dem 2011 eingeweihten zweiten Haltepunkt in Melsungen stoppen sie nur zweimal morgens und einmal abends.

Kein Signal für Zugführer

„An der Haltestelle gibt es kein Hauptsignal für den Triebwagenführer“, sagt Susanne von Weyhe, Pressesprecherin von Cantus. Und so passiere es, dass Zugführer vergessen an der Bartenwetzerbrücke zu halten.

Cantus bedauert den Vorfall. „Das war menschliches Versagen“, sagt von Weyhe. Der Triebwagenführer entschuldigte sich über die Gegensprechanlage bei den Fahrgästen, die nicht wie geplant an der Bartenwetzerbrücke aussteigen konnten. Er habe schlichtweg vergessen zu halten.

„Für so einen Fall gibt es keine offizielle Regelung.“

Susanne von Weyhe

Ein Halt von allen Zügen der Cantus Verkehrsgesellschaft an der Bartenwetzerbrücke ist nicht geplant, sagt von Weyhe. „Wir befinden uns in der Anpassungsphase“, sagt sie. Sollte sich herausstellen, dass mehr Bedarf entsteht, müsste das mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) abgeklärt werden.

Auf eine geldliche Entschädigung für die versäumte Arbeitszeit können die Fahrgäste nach Angaben der Pressesprecherin nicht hoffen. „Für so einen Fall gibt es keine offizielle Regelung“, sagt von Weyhe.

Fahrkarten für die Rückfahrt nach Melsungen erstatte die Cantus Verkehrsgesellschaft. Am schnellsten gehe das schriftlich mit einer kurzen E-Mail, sagt von Weyhe.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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