2011: Schon zehn Anzeigen wegen Missbrauchs der 110 und 112

Für falsche Notrufe drohen harte Strafen

Schwalm-Eder. Jeden Monat wählen zahlreiche Personen die Notrufnummer, ohne in einer Zwangslage zu sein. Die Motive dafür sind unterschiedlich. Die Strafen für solche fragwürdigen Späße sind hoch, hinzu kommen die Kosten für die gefahrenen Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Manchmal stecken Kinder dahinter, manchmal wollen sich nur Leute einen Scherz erlauben.

In den Polizeistationen Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt gehen im Monat mehrere hundert Notrufe ein. Wie viele davon keine echten sind, kann Polizeisprecher Reinhard Giesa nicht sagen. Einige Kollegen schätzten, es sei jeder 20. Anrufer, sagt Giesa.

Neben den vorsätzlichen Falschmeldern nutzen auch verirrte Anrufer die 110 für ihre Fragen. So wählen Autofahrer die Notrufnummer, wenn sie sich im Kreis verfahren haben. „Der Kollege gibt ihnen dann die Telefonnummer der örtlichen Polizeistation“, sagt Giesa. Ansonsten wäre die Leitung für dringliche Notrufe blockiert.

Nicht auf die leichte Schulter nimmt die Polizei Telefonate, die fälschlich behaupten, ein Haus stehe in Flammen. „Hinter diesen Anrufen verbirgt sich kriminelle Energie, die verfolgen wir mit allen Mitteln“, sagt der Polizeisprecher. Die Beamten versuchen dann den Anrufer zu ermitteln, dieser zahlt dann sowohl den fälschlichen Einsatz als auch eine Strafe. Allein wenn ein Polizeiwagen rausfährt, kostet das mehrere hundert Euro.

Neben enttäuschten Liebhabern nutzen auch gern Betrunkene die Notrufnummer für ihre nächtlichen Aktionen und lallen in den Hörer. Wenn Kinder sich einen Spaß aus den Telefonaten machen, kann es schon passieren, dass die Polizisten den Spuren nachgehen, um die jungen Schüler auf frischer Tat zu ertappen. Je nach Häufigkeit der Anrufe kann es auch vorkommen, dass der Spur nicht weiter nachgegangen wird.

Quelle: HNA

Kommentare