Unruhe an der Fritzlarer König-Heinrich-Schule

Falscher Lehrer warb im Video für die NPD

Fritzlar. Für Unmut sorgt derzeit ein Video, in dem sich ein Mann als Lehrer der Fritzlarer König-Heinrich-Schule (KHS) ausgibt, gegen Ausländer polemisiert und Werbung für die rechtsextreme NPD macht.

Das Video ist auf der Internetseite Youtube aufgetaucht, auf der man eigene Filme einstellen kann. Der bärtige Mann behauptet von sich, er sei Religionslehrer an der KHS und habe eine Nachricht an das deutsche Volk. Es gebe „zu viele kriminelle Türken in Deutschland“, sagt er unter anderem.

An der KHS war man entsetzt, als man davon erfuhr. Der Mann ist an der Schule nicht bekannt, sagt Schulleiter Dr. Ulrich von Nathusius.

Er habe bereits vor vier Wochen das Video den Verantwortlichen gemeldet, damit es gelöscht werde. Erst gestern – eine gute Stunde nach einer Anfrage der HNA – ist das offenbar erfolgt, der Film lässt sich nicht mehr finden. Das Youtube-Konto des Verfassers sei gekündigt, heißt es auf der Seite.

„Schüler und Eltern sind sehr erbost“, sagt von Nathusisus. Die KHS trägt das Siegel „Schule ohne Rassismus“ und engagiert sich auch im „Trialog der Kulturen“. In einem anderen Video polemisierte offenbar der selbe Mann gegen dieses Projekt, das das Gespräch von Christen, Juden und Muslimen fördern soll.

Entsetzen herrscht auch beim Schulträger, dem Schwalm-Eder-Kreis. Der Kreis habe Google, Mutterkonzern von Youtube, angeschrieben und eine Löschung verlangt, sagte Fachbereichsleiterin Gabriele Baar. Die Schulen im Kreis seien bei Fremdenfeindlichkeit sehr sensibel. Der Kreis hat das Video der Polizei gemeldet, die den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet hat. Diese ermittelt wegen Volksverhetzung, sagte Sprecherin Kerstin Nedwed.

Im Internet hatten Nutzer, offenbar KHS-Schüler, das Video kommentiert und klargestellt: Der Mann ist nicht ihr Lehrer. (ode)

Quelle: HNA

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