Mann wollte angehaucht werden

Falscher Polizist hielt Fahrerin an: Ermittlung wegen Amtsanmaßung

Fritzlar. Ein Mann, der sich als Polizist ausgab, hat am Sonntag, um 4.15 Uhr, zwischen Lohne und Fritzlar eine Autofahrerin zum Bremsen gezwungen. Dabei gab sich der Mann als Polizist in Zivil aus, teilt die Polizei mit.

Die Frau kam mit ihrer Beifahrerin von der Kirmes in Lohne. Etwa 500 Meter vor der Range-Kreuzung hätten am rechten Fahrbahnrand zwei Autos mit eingeschalteten Warnblinkern gestanden. In der Nähe dieser Wagen wurde die Fahrerin von einem Mann per Handzeichen aufgefordert, anzuhalten und an den Fahrbahnrand zu fahren. Sie folgte dieser Aufforderung.

Hinweise: 

Polizei in Fritzlar, Telefon 05622/99660.

Aus Vorsicht verriegelten die Frauen den Wagen von innen. Der Mann teilte den jungen Frauen mit, dass er Polizist sei und die Fahrzeugpapiere sehen wolle. Zudem verlangte er von der 22- und 23-Jährigen, angehaucht zu werden, da er prüfen wolle, ob die Frauen alkoholisiert seien.

Da den Frauen die Situation eigenartig vorkam, verlangten sie den Dienstausweis des angeblichen Polizisten. Daraufhin erklärte der Mann, dass alles in Ordnung sei – die Frauen könnten weiterfahren. Einige Minuten später verständigten die Frauen dann über Notruf die Polizei.

Als Beamte der Polizeistation Fritzlar an der Kreuzung eintrafen, war dort kein Auto mehr zu sehen. Die Beamten ermitteln nun wegen Amtsanmaßung. Dafür könne es eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe geben, erklärt der Pressesprecher der Polizeidirektion, Reinhard Giesa.

Die Frauen hätten gut reagiert, weil sie nicht ausgestiegen seien und das Fahrzeug verriegelt hätte, sagt Giesa und gibt einen Tipp: „Eine Polizeiaktion muss auch als solche erkennbar sein. Etwa durch eine Polizeikelle oder -kleidung.“ Dann sei man auch verpflichtet, den Anweisungen der Beamten zu folgen. Ist das nicht der Fall, sei es das Beste, weiterzufahren und die Polizei zu informieren. (may)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion