Familie fand Viehmarkt-Los von 1892 in der Wand ihres Hauses

Die glücklichen Losfinder: Dennis Schneider (links) zeigt auf die Stelle, wo er seine Entdeckung in der Wand gefunden hat. Vor ihm steht seine Frau Farina. Anita Schneider zeigt das Los in die Kamera. Hinter ihr steht ihr Mann Klaus. Foto: Auel

Nothfelden. Die Wand hat keine Chance, als Dennis Schneider ihr mit Hammer, Meißel und ordentlich Schmackes zu Leibe rückt. Die Lehmbrocken fliegen nur so. Doch plötzlich stoppt der junge Mann seine Arbeit. Er legt das Werkzeug aus der Hand und traut seinen Augen kaum.

Er ist oberhalb seiner zukünftigen Küchentür auf einen kleinen Schatz gestoßen – auf ein Los des Wolfhager Viehmarkts von 1892.

Die Wand, in die das Los über 100 Jahre eingeputzt war, gehört zu seinem Elternhaus in Nothfelden. Zusammen mit seinem Vater Klaus und Mutter Anita, die im Obergeschoss wohnen, baut Dennis die untere Etage für sich und seine Frau Farina gerade aus. Wo früher eine Küche war, soll auch wieder eine Küche entstehen.

„Ich hab zunächst nur eine Ecke des Loses gesehen. Dann wurde ich neugierig und habe es vorsichtig mit den Händen freigelegt“, erzählt Dennis Schneider.

Das Fundstück: Heute gibt es als Hauptpreis ein Auto. Im Jahr 1892 wurden unter anderem Tiere und landwirtschaftliche Maschinen verlost. Das Los war eines von 6000 und kostete eine Mark. Foto: HNA

Seine Mutter Anita freut sich sehr über den Fund. Obwohl sie sich für die Geschichte ihrer Ahnen interessiert – viel weiß die Arzthelferin nicht über sie. Anita Schneider glaubt aber, dass ihr Urgroßvater Peter Westhof und seine Frau Luise das Los als eine Art Grundstein benutzen, als sie das Haus damals erbauten. Ein echter Grundstein konnte nämlich bis heute nicht gefunden werden.

Was die Schneiders jetzt mit ihrem Los anstellen, ist noch unklar. Es ans Regionalmuseum zu verleihen sei eine Möglichkeit.

„Vielleicht schweißen wir das Los aber auch in Plastik und mauern es mit diesem Zeitungsartikel wieder ein“, überlegt Anita Schneider.

Beide Ideen dürften auf jeden Fall besser sein, als der Versuch, mit dem vergilbten Los auf dem diesjährigen Viehmarkt einen der Preise abzustauben.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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