Christa und Karl Schneider aus Oberaula feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit

Familie ist glücklich vereint

Sind seit 65 Jahren ein Paar: Im April 1949 gaben sich Christa (86) und Karl (89) Schneider in Wiesbaden das Ja-Wort. Heute feiern sie Eiserne Hochzeit. Foto: Rose

Oberaula. Die Hochzeitsreise nach der Diamantenen Hochzeit ging vor fünf Jahren an den Gardasee: Wohin es Christa und Karl Schneider nach der Eisernen Hochzeit – die das Oberaulaer Ehepaar heute feiert – zieht, ist noch nicht klar. „Aber Lust zum Reisen haben wir immer noch“, sagen Schneiders.

An ihren Hochzeitstag erinnern sich die Wahl-Oberaulaer, die seit 2005 im Ortskern wohnen, noch genau: Für die Hochzeit wurde extra ein Lamm geschlachtet und Streuselkuchen gebacken. Ein Chauffeur samt Wagen und ein Fotograf engagiert. „Es war ein wunderschöner Tag“, sagt das Paar, das bis zu seinem Umzug nach Oberaula in Wiesbaden lebte.

Dort lernten sich Schneiders im Oktober 1948 bei einer Tanzveranstaltung im amerikanischen Hauptquartier kennen. Karl war dort in der Datenverarbeitung beschäftigt. Ein halbes Jahr später läuteten die Hochzeitsglocken. Gefeiert wurde im Gasthaus von Christas Eltern. Ein Freund der Familie stellte das Brautauto, einen Opel P4, mit dem er das Paar an seinem Ehrentag chauffierte. Bis 1951 wohnten die jungen Leute im Haus der Brauteltern. 1961 bauten sie dann ein Haus, Christa und Karl zogen dort ein. Im selben Jahr kam der Sohn zur Welt. Von 1954 bis zu seiner Pensionierung 1986 arbeitete Karl Schneider in der Industrie, bei einer Hoechst-Tochter. „Computer haben mein Leben geprägt“, sagt er. Und das Interesse daran nie verloren: Unlängst hat er sich einen USB-Stick gekauft. Auch der Sohn bestätigt, dass der Vater technischen Neuerungen aufgeschlossen sei.

In Vereinen engagiert

Christa Schneider lernte den Beruf der Modistin – der Hutmacherin. Der war irgendwann nicht mehr gefragt, sie fand eine neue Aufgabe als Verkäuferin. Ihr Mann engagierte sich in seiner Freizeit über Jahrzehnte ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen, unter anderem im Roten Kreuz. Als Mitglied des Präsidiums leitete er 1989/90 das Auffanglager für DDR-Flüchtlinge. Christa begleitete ihren Mann oft zu Veranstaltungen. „Es war eine schöne Zeit, und die jungen Leute haben uns fit gehalten“, sagt sie.

Darüber hinaus war das Paar in familiäre Pflichte eingebunden. Christa Schneider pflegte ihre schwerkranke Schwesters sowie ihre Mutter. 2005 gab das Paar sein Haus in Wiesbaden auf, um in die Nähe des Sohnes nach Oberaula zu ziehen. „Das haben wir nie bereut“, erzählen Schneiders. Sohn Frank und die Lebensgefährtin kümmerten sich hervorragend, es sei ein inniges Verhältnis. Karl Schneider (89) verfolgt regelmäßig die Fußball-Berichterstattung, gern liest das Paar die Zeitung, schaut Quizsendungen. Kleine Wege erledigt der 89-Jährige noch mit dem Rollator. Christa Schneider erfreut sich beim Anblick der Blumen auf dem Balkon.

Karl Schneider ist überzeugt: „Ich habe Glück gehabt. Ich habe den Krieg überlebt, einen guten Job gehabt und die richtige Frau gefunden.“ Ihre Eiserne Hochzeit wollen Schneiders groß feiern: Mehr als 50 Gäste sind eingeladen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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