Seit 60 Jahren ein Paar: Magdalena Adam (87) und Otto Waldt (86) aus Treysa begehen heute ihre Diamantene Hochzeit

Die Familie hält einfach zusammen

Gaben sich 1953 das Ja-Wort: Magdalena Adam und Otto Waldt aus Treysa ließen sich in Sibirien trauen. Foto: Rose

Treysa. Heute vor 60 Jahren, im Februar 1953, gaben sich Magdalena Adam und Otto Waldt das Ja-Wort. Zueinander stehen die 87-Jährige und ihr 86-jähriger Mann bis heute. „Wir haben uns füreinander entschieden – und das ist immer so geblieben“, sagt Otto Waldt. Feiern wollen die Treysaer den besonderen Tag nicht. „Wir haben den Tag gefeiert, an dem wir zusammen gezogen sind“, erzählen sie.

Kennen lernten sich Magdalena Adam und Otto Waldt in Sibirien. Zuvor war die junge Magdalena acht Jahre lang in einem Zwangslager gewesen, ihr späterer Mann, gebürtig aus Moldawien, in Deutschland im Krieg. 1952 trafen sich die jungen Leute und zogen direkt zusammen. Trauen ließen sie sich 1953 in einem Standesamt in der Nähe: „Wir waren da und unsere Ausweise waren da – das war ganz spontan“, erzählt Magdalena Adam, der es damals verboten war, den Namen ihres Mannes anzunehmen. Erst zwei Jahre später haben sie sich von einem Pfarrer trauen lassen. „Der kam damals ins Dorf“, erinnert sich das Paar. Otto Waldt verdiente das Geld für die Familie in der Landwirtschaft, beim Tischler oder Stellmacher.

1954 bekam die Familie Zuwachs: Die Tochter wurde geboren. 1959 und 1962 erblickten die Söhne das Licht der Welt. Magdalena Adam arbeitete viele Jahre als Reinigungskraft in einer Schule. Um den Tisch zu decken, bauten Waldts Gemüse im eigenen Garten an. In den 1990er-Jahren entschied sich ein Sohn, nach Deutschland zu gehen. Im Dezember 1995 kam das Paar gemeinsam mit dem zweiten Sohn hinterher. „Wir haben mit unseren Kindern immer deutsch gesprochen“, sagen sie. „Wir haben uns sofort heimisch gefühlt. In Sibirien haben wir geschuftet wie die Sklaven“, erklärt Otto Waldt. Nachdem sie zunächst in Todenhausen lebten, zogen sie 1999 ins Haus des Sohnes in der Wagnergasse. Schnell bekam die Familie Kontakt zu Nachbarn. „Viele sind mittlerweile gestorben“, bedauert Otto Waldt.

Zu tun gab es immer etwas: Und der 86-Jährige genoss das. Dem Sohn half er bei der Restaurierung des alten Fachwerkshauses. „Heute geht es nicht mehr so schnell“, sagt er. Aber im vergangenen Sommer half er noch beim Mauern. Ein Teil der Verwandtschaft – unter anderem die Tochter – lebt nach wie vor in Russland. Insgesamt gibt es sechs Enkel und drei Urenkel. Den Kontakt hält die Familie über Telefon und neue Medien.

Gern ist das Paar noch draußen, sie gehen regelmäßig spazieren. Und genießen den Plausch mit den Nachbarn. Warum ihre Ehre seit 60 Jahren hält, das wissen Magdalena Adam und Otto Waldt genau: „Es gibt helle und dunkle Tage, aber eine Familie muss zusammen halten.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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