Bewohner leben seit Jahren immer wieder neben einer Müllhalde

Riesenärger über Abfallberg in Roppershain

Heidrun Wöll und Heinrich Bott leben seit Jahren immer wieder neben einer Müllhalde in Roppershain.

Roppershain. Zementsäcke, leere Kisten, Flaschen, alte Verpackungen, Fackeln, kaputte Werbetafeln, halbvolle Farbeimer und viele Dinge mehr stapeln sich auf dem Fußweg vor dem Haus in der Schützenstraße 7 in Roppershain.

Und nicht nur dort: auch in den Gassen zwischen den angrenzenden Häusern ist alles voller Unrat. Heidrun Wöll, Heinrich Bott und seiner Tochter Anna ist das peinlich und sie ärgern sich. Denn sie leben gleich neben dieser Müllhalde - sie sind direkte Nachbarn.

Seit Jahren haben sie immer wieder dieses Müllproblem, über das sich mittlerweile die meisten Einwohner des Homberger Stadtteils ärgern. Der Grund dafür: Das Haus steht leer, der Besitzer lebt bereits seit Jahren nicht mehr in Roppershain. "Unbekannt verzogen heißt es", sagt Heinrich Bott. Doch der Mann komme immer mal wieder vorbei. Dann allerdings nicht nur, um nach dem rechten zu sehen, sondern meistens, um seinen Müll abzuladen, haben die Nachbarn beobachtet.

Hilflos fühlen sich die Nachbarn bereits seit Jahren. Jetzt habe der Müllberg ein Ausmaß angenommen, dass mittlerweile eine Gefahr sei.

"Der Ärger fing schon vor Jahren an. 2008 zum Hessentag, hat die Stadt einmal eingegriffen und den Müll entsorgt", sagt Heinrich Bott. Doch in der Zeit danach seien die Nachbarn auf sich gestellt gewesen. "Weil der Müll zu einem großen Teil auf dem Privatgelände liegt, könne die Stadt nichts dagegen tun, hat man uns beim Ordnungsamt gesagt", erklärt Bott. Doch damit wollten sich die Nachbarn nicht mehr zufrieden geben.

Ärger ist groß

"Wir haben Sorge, dass der Müll Ungeziefer anlockt. Außerdem kam es schon zu Gefahrensituationen", erklärt Anna Bott. Denn durch starke Windböen seien Teile des Müllstapels - wie etwa leere Eimer und Kisten - auf die Straße geschleudert worden und hätten dort Verkehrsteilnehmer gefährdet. "Auch die Rettungswege zwischen den Häusern sind vor lauter Müll nicht mehr passierbar."

Der Ärger der Nachbarn ist mindestens so groß wie der Müllberg. "Wer möchte denn schon so viel Gerümpel gleich neben seiner Haustür haben?", fragt Heidrun Wöll. Die 70-Jährige spricht mich zittriger Stimme, so sehr regt sie sich über den Schandfleck auf. Und: Sie weiß auch, dass sich in dem Haus der Unrat stapelt. "Ich kann von meinem Garten in die Fenster blicken und bin entsetzt", sagt sie. "Alles ist voller Müll und nichts passiert", sagt sie. Sogar Ratten glaubt sie schon an der Scheibe gesehen zu haben.

Müll wird abgeholt

Während die Nachbarn gerade noch ihrem Ärger Luft machen, fährt ein roter Transporter vor. Vier Männer in Arbeitskleidung steigen aus, ziehen sich Handschuhe über und beginnen, den Müll auf den Wagen zu laden. Sie seien von der Stadt Homberg beauftragt worden, sagt einer der Männer.

Von Maja Yüce

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Quelle: HNA

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