"Fast wie ein Baby"

Jakob gehört zur Familie: Familie aus Lohne zieht Rabenküken auf

Ein neues Familienmitglied: Karlfrid Rebel mit Rabe Jakob und Hündin Nele im Garten beim Füttern. Im Hintergrund der von Rebel selbst gebaute Käfig aus einer blauen Tonne. Foto: Elisa Mand

Lohne. Mit einem lauten Krächzen machte Rabe Jakob auf sich aufmerksam. Änne Stock hörte es am Pfingstsamstag und entdeckte auf dem Friedhof in Lohne das junge Rabenküken.

Genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite fand Jakob nun ein neues Zuhause bei Karlfrid Rebel und seiner Frau Traudel.

„Bestimmt ist es aus einem Nest in einer der Birken auf dem Friedhofsgelände gefallen“, vermuten die beiden. Dass Familie Rebel tierlieb ist, fällt wohl jedem auf, wenn er durch die Gartenpforte tritt und von Hühnern und Hündin Nele begrüßt wird.

Am Anfang, berichtet Traudel Rebel, streckte das Rabenküken unermüdlich seinen aufgerissenen Schnabel in die Luft und verlangte mit Ohren betäubendem Lärm nach Nahrung. „Im Internet konnte unsere Tochter herausfinden, dass Rabenküken Aas und Rühreier essen“, erzählt sie.

Mit Eiern der eigenen Hühner, eingeweichtem Weißbrot und Regenwürmern wird Rabe Jakob nun stündlich gefüttert und hält Familie Rebel ganz schön auf Trab.

„Er macht reichlich Arbeit und nimmt viel Zeit in Anspruch, fast wie ein Baby“, erzählt Traudel Rebel lachend. Karlfrid Rebel und seine Frau sind bei jedem Entwicklungsschritt dabei, vom ersten Schritt bis hin zu den ersten Flugversuchen.

Hund ist fürsorglich 

Auch Nele, der Berner Sennenhund, war von Anfang an Freund und Begleiter von Jakob. „Es ist schon erstaunlich wie fürsorglich Nele mit dem Raben umgeht. Die beiden laufen gerne nebeneinander durch den Garten“, sagt die Lohnerin.

„Jakob sammelt wie eine Elster alles, was glänzt.“

Zuerst lebte das junge Küken mit kahlem Kopf und dünnem Flaum in einer warmen Kiste in der Wohnung. Jetzt, wo das Federkleid genug Eigenwärme spendet, läuft Jakob den ganzen Tag im großen Garten frei umher. Außer wenn es regnet, dann schlüpft er in den Hängekäfig, den Karlfrid Rebel mit viel handwerklichem Geschick für Jakob gebaut hat.

Sobald man abends eine Decke über die Kiste legt, ist im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Morgen Ruhe im Karton.

„Jakob sammelt wie eine Elster alles, was glänzt“, sagen die Rebels. Und der Rabe zeige keine Scheu vor Menschen. Fremde könnten dies missverstehen und vermuten, er sei krank und ihn erschießen. Deshalb sollen ihn rote Ringe an seinen Füßen später in freier Natur kennzeichnen als zahmen Vogel.

„Wir versuchen, Jakob darauf vorzubereiten, selbstständig jagen und überleben zu können. Er hat die Möglichkeit jederzeit los zufliegen. Er kann aber auch immer zurück kommen“, sagt Karlfrid Rebel.

Der zutrauliche Rabe ist mittlerweile schon zu einer Attraktion geworden. Eltern mit Kindern, Omas und Opas, alle kommen in den Garten der Rebels, um Jakob zu sehen. Eines ist auf jeden Fall sicher: Mit Familie Rebel hätte Jakob es nicht besser treffen können.

Von Elisa Mand

Quelle: HNA

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