Frieda und Adam Theobald aus Gudensberg feiern heute Diamantene Hochzeit

Die Familie macht reich

Seit 60 Jahren ein Ehepaar: Frieda und Adam Theobald feiern heute ihre Diamantene Hochzeit. Foto: Först

Gudensberg. Frieda Theobald liest gerne Zeitung. Den HNA-Bericht über Gudensbergs neuen Bürgermeister Frank Börner hat sie sich aufgehoben. Wegen der Parallelen, sagt sie: „Ich bin genau wie Regina Börner-Schäfer eine geborene Schäfer, und die Tochter der Börners heißt mit Vornamen ebenso wie meine Mutter, nämlich Marie- Katrin.“

In einem unterscheiden sich die Börners und die Theobalds aber: Heute feiert das Ehepaar seine Diamantene Hochzeit. Seit elf Jahren leben Frieda und Adam Theobald inzwischen in Gudensberg.

Mit zwölf ging’s in die Fremde

Die Theobalds sind Wolgadeutsche. Als Frieda und Adam zwölf Jahre alt waren, wurden sie mit ihren Familien nach Kasachstan ausgesiedelt. „Mit leeren Händen sind wir nach Kasachstan gekommen.“ Willkommen seien sie – die Deutschen – dort bei den Russen nicht gewesen, erinnern sie sich. Und auch an das schwere Leben, das sie dort im Norden Kasachstans erwartete. „Es war so furchtbar kalt dort, manchmal bis zu minus 50 Grad.“

Heute sind die Deobalds, wie ihr Nachname ursprünglich geschrieben wurde, zufrieden mit dem, was sie haben. Frieda putzt vormittags die Wohnung und kocht. Adam kauft ein, geht spazieren oder ist mit dem Rad rund um Gudensberg unterwegs.

Punkt 14 Uhr wird das Staubtuch zusammengefaltet und die Dame des Hauses schaut ihre Lieblingssendung „Zwei bei Kalwass“. Die kleine Rente, die sie bekommen, reicht den bescheidenen alten Herrschaften. Sie sagen sogar: „Wir sind reich“. Gemeint ist damit die große Familie, die sie haben: Und das Schönste daran ist, dass alle in der näheren Umgebung wohnen. Sechs Söhne hat das Ehepaar, die jüngsten sind Zwillinge. Dazu gibt es inzwischen sechs heiß geliebte Schwiegertöchter, 14 Enkel und fünf Urenkel, zwei weitere sollen bald das Licht der Welt erblicken.

Jedes Wochenende kommen die Kinder und Enkel und besuchen die Eltern in deren hübscher, kleiner Wohnung in Gudensberg.

Mittwochs wird telefoniert, um zu hören, ob es den alten Herrschaften auch gut geht. 82 Jahre sind beide inzwischen alt. Zum 80. Geburtstage hatten die Kinder ein Überraschungsfest organisiert und mehr als 80 Gäste eingeladen.

Eine Schwester von Frieda Theobald lebt noch in Kasachstan. Den heutigen Artikel will sie ihr per Post zusenden. Und, wer weiß, vielleicht haben die Kinder zu Ehren des besonderen Tages wieder eine große Überraschungsfeier geplant. (zrf)

Quelle: HNA

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