Historisches Bauwerk mit städtischer Hilfe saniert

Familie renoviert altes Schulschäferhaus in Bad Zwesten

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Familie Pucci

Bad Zwesten. Wo einst der Schulschäfer wohnte, wird bald die Familie Pucci einziehen. Die Bad Zwestener renovieren zurzeit das Fachwerkgebäude unterm Rathaus mit Hilfe des Programms gegen den Leerstand in Bad Zwesten, das sich Ortskern-Vitalisierung nennt und Bauherren finanziell unterstützt.

Damit entschieden sich die Puccis gleichzeitig dafür, etwas für das Ortsbild zu tun. Das marode Haus soll dort bald blitzen und blinken.

Der Bau liegt direkt neben der Eisdiele, die von Maria Lucia Fabiola Pucci geführt wird. Die Familie bewohnt dort zurzeit eine kleine Wohnung. Eltern und Töchterchen Giulia (3) wünschten sich ein Haus mit Garten.

„Der Betrieb der Eisdiele erfordert es, am Tag und am Abend vor Ort zu sein“, sagt die Eisdielenbesitzerin. Wohnung und Arbeit sollten deshalb nah beieinander sein. Da traf es sich gut, dass auch Familienvater Jörg Haas (42) sich für historisches Bauwerk begeistern kann. Er hat schon mehrere solcher Projekte begleitet und weiß, was auf ihn zukommen kann. Noch scheint es schwer, sich ein wohnliches Zuhause für eine kleine Familie vorzustellen. Gefache fehlen, alte Tapete aus den 60er Jahren hängt noch an den Wänden, die Elektrik ist Jahrzehnte alt. „Das muss alles komplett erneuert werden“, sagt Haas.

Er glaubt, dass ihn die Renovierung des Hauses mehr kosten werde, als ein neues Häuschen am Ortsrand , auch wenn der Erwerb des alten Gebäudes nicht teuer gewesen sei. Aber er will das Risiko eingehen, auch wenn sich der Einzug wohl noch etwas hinziehen wird.

Überraschungen am Bau

Es gab schon viele Überraschungen beim Bau. Der Boden des unteren Geschosses war komplett feucht. „Da muss irgendwo ein Rohr beschädigt gewesen sein,“ meint Haas. Zudem glaubt er, das Haus sei vor 30 Jahren falsch saniert worden. Die Wand am Eingang wurde nun schon erneuert, Balken ersetzt und Gefache ausgemauert. Im hinteren Teil liegen sie noch frei, überall steht das Baumaterial.

Haas findet das alles genial. Das gesamte Gelände ist 500 Quadratmeter groß, es gibt einen Garten und eine kleine Scheune. Die soll den Keller ersetzen, der nicht nutzbar sein wird. Das Wohnhaus ist 160 Quadratmeter groß und wird viel Platz für die kleine Familie bieten. Auch eine kleine Terrasse ist auf dem Grundstück geplant. Energetisch hat sich Haas viel vorgenommen.

Er will eine Wandheizung mit Heizschlaufen, ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung, einbauen. Sie werde ein Viertel der Heizkosten sparen und ein gutes Raumklima bieten, sagt Haas und fügt hinzu: „Wir freuen uns auf unser neues Heim.“

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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