Kinder als Ideengeber

Familie Schüßler betreibt letzte Jugendherberge im Kreis

Schwarzenborn. Es ist die einzige Jugendherberge im ganzen Kreis und sie thront hoch oben auf dem Knüllköpfchen: Das Boglerhaus. Ein sehr großes Gebäude mit 35 Zimmern steht dort.

Schliefen die Schüler dort früher in Mehrbettzimmern mit Sanitärräumen auf dem Gang, gibt es im Boglerhaus nun nur Zweibettzimmer mit eigener Dusche und WC.

Und das bereits seit dem Jahr 2006. Während andere Jugendherbergen im Kreis in den vergangenen Jahren schließen mussten, hat der Herbergsvater Oliver Schüßler ein ganz eigenes Konzept entworfen: Wenn seine drei Kinder sich längere Zeit mit etwas beschäftigen, überlegt er, ob er es in seiner Jugendherberge auch umsetzen kann.

Kinder inspirieren ihn

So ist seine Edelsteinhöhle entstanden, in der meist Dritt- bis Sechstklässler, die aus dem Schwalm-Eder-Kreis, aber auch von weiter weg in die Herberge kommen, Edelsteine aus dem Sand sieben. Neben Schulklassen nächtigen im Haus auch Tagungsgruppen und Familien.

„Ich versuche immer, in der Region etwas Attraktives zu finden. So etwas gibt es überall, wenn man lange dort wohnt, verliert man nur den Blick dafür“, sagt der Herbergsleiter, der Anfang des Jahres aus dem Deutschen Jugendherbergswerk ausgetreten ist. Selbstständig ist er allerdings schon seit 2006. Der Grund des Austrittes seien die hohen Pauschalen gewesen, die das Werk verlange, so könne Schüßler nur schwerlich seine Preise halten. Im Boglerhaus gibt es jahreszeitenabhängige Angebote. Der Februar sei der schlechteste Monat. „Gegen Fastnacht kommen wir einfach nicht an“, sagt Schüßler. Ab März gehe es wieder richtig los und im Sommer kämen durch das Sommermusikfest auch viele internationale Gäste zum Haus auf dem Knüllköpfchen. Viele Angebote kommen von externen Anbietern, etwa eine Wanderung auf den Spuren der Chatten oder Tagesausflüge nach Bad Hersfeld. Problematisch sei allerdings, dass viele Klassen, statt wie bisher von Montag bis Freitag in die Herberge zu fahren, nur drei Tage dortblieben, was eine häufigere Reinigung für die Bettwäsche und die Zimmer bedeute.Vorteil der Jugendherberge sei die Lage, es sei ein großes Gelände ohne direkte Nachbarn, auf dem sich die Gäste austoben können.

Außerdem habe das Boglerhaus eine integrierte Gaststätte, die die Inhaber selbst führen. „Gerade für Tagungsgruppen ist dieser Aspekt attraktiv, da die Gäste keine weiten Wege zum gemütlichen Zusammensitzen mehr zurücklegen müssen“, sagt Oliver Schüßler. So entstehen auch mehr Angebote für Schüler. Neu seien die Thementage zum Märchenkochen, bei denen Märchen als Vorlage für die Gerichte dienen.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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