Zum runden Geburtstag des Betreuten Wohnens lud die Vitos Kurhessen nach in den Klostergarten ein

Die Familien sind Experten

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Prominenz im Klostergarten von Merxhausen: Der Baunataler Michael Holderbusch und zweiter Sieger einer Castingshow sorgte für die musikalische Abwechslung.

Merxhausen. Beim Sommerfest hat sich die Vitos Merxhausen – Begleitetes Wohnen in Familien – bei allen Gastfamilien bedankt, die chronisch kranken Menschen ein Zuhause geben.

80 geladene Gäste konnten bei Kaffee, Kuchen und Gegrilltem das Konzert von Michael Holderbusch aus Baunatal genießen, zweiter Sieger einer bekannten deutschen Castingshow. Darüber hinaus wurde in ausgelassener Stimmung Wikinger Schach und Gartenmikado gespielt. Das Parkfest im Klostergarten in Merxhausen findet alle zwei Jahre statt.

„Das Besondere ist, dass wir auch 15-jähriges Bestehen feiern“, sagt Leiter der Vitos-Abteilung Begleitetes Wohnen in Familien Thomas Schmitt. Im Mittelpunkt des Festes standen die Familien, die den Patienten ein neues Zuhause geben, sie in ihre Familien aufnehmen. „Es ist fantastisch, was diese Familien leisten“, sagt Thomas Schmitt. Viel zu wenig sei ihre Arbeit bekannt.

„Es ist ein hohes Maß an individueller Betreuung vorhanden“, sagt der Leiter der Vitos für Betreutes Wohnen. „Die Familien sind Experten und kennen die Stärken und Schwächen der Patienten am besten.“ Da die Familien über keine speziellen psychiatrischen Kenntnisse verfügen, werden sie vom Fachdienst der Abteilung regelmäßig besucht und unterstützt.

Werner und Barbara Fiedler (Mitte) aus Harmuthsachsen im Werra-Meißner-Kreis mit ihren Patienten Karl-Heinz Blumenstein (links) und Klaus-Dieter Jacob (rechts).

Bereits seit zwölf Jahren leben seelisch behinderte Klienten im Haus von Werner und Barbara Fiedler aus Harmuthsachsen im Werra-Meißner-Kreis. „Als unsere sechs Jungs groß waren, standen wir alleine da“, sagt Barbara Fiedler. Eine Annonce in der Zeitung weckte das Interesse des Ehepaares. Sie bewarben sich als Gastfamilie und bieten seitdem Menschen mit seelischer Behinderung in ihrem Haus begleitetes Wohnen an.

Auch wenn der Alltag nicht immer einfach ist, wollen Barbara und Werner Fiedler weitermachen - solange sie können. „Wir bekommen von den Patienten ganz viel Dankbarkeit und ein Lächeln zurück“, sagt Barbara Fiedler. „Wir können uns ein Leben ohne Patienten nicht vorstellen.“

Thomas Schmitt und sein Team sind dankbar über interessierte Familien. „Voraussetzung ist mindestens ein ausreichend großes Zimmer“, sagt Schmitt. Man müsse sich gerne um Menschen kümmern und sie im Alltag begleiten wollen. Die Erkrankungen der Patienten reichen von Angstzuständen, über Depression und Sucht bis hin zu instabilen Persönlichkeiten. (pju)

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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