Sieben Jahre erfolgreiche Arbeit

Aus Paten werden Freunde: Familienhilfe in Melsungen sucht Ehrenamtliche

+
Sie suchen Verstärkung: Einige der Familienpaten im Bild von links Madelaine Foet, Mareen Claasen, Claudia Rausch, Marie-Luise Ludwig, Diplom-Sozialpädagogin Angelika Richter, Waltraut Kindl und vorne Gerhard Peter vor dem Büro der AKGG in Melsungen. 

Melsungen. Angelika Richter sucht ehrenamtliche Paten für Familien. Die 54-jährige Diplom-Sozialpädagogin betreut das Projekt ehrenamtliche Patenschaften für Familien im Altkreis Melsungen. Das Projekt gehört zum Arbeitskreis gemeindenaher Gesundheitsversorgung (AKGG).

"Wir freuen uns auch über Familien beziehungsweise Allein erziehende Mütter oder Väter, die mit uns zusammenarbeiten wollen", sagt Richter.

Die ehrenamtlichen Paten unternehmen etwas mit den Kindern und entlasten die Eltern. Zwei bis drei Stunden in der Woche und am besten langfristig. "Die Paten und die Familien soll ein vertrauensvolles Verhältnis verbinden."

Kontakt für Paten und Familien:

Angelika Richter
Tel. 05661/ 90 86 929
oder 0162/ 203 39 80

Für viele Eltern werde es immer schwieriger, Beruf und Erziehung unter einen Hut zu bekommen. Ohne die Unterstützung von Großeltern, Verwandten und Nachbarn gelinge der Spagat zwischen Kinderbetreuung, Terminen, Verpflichtungen und privater Zeit nur noch selten.

Die Paten sollen in solchen Situationen entlasten: Es gehe auch darum, den Eltern etwas Freiraum zu verschaffen - sei es für Erledigungen oder auch mal einen Frisörbesuch.

Alle Angebote werden in der Familie entwickelt. Diese können von Hausaufgabenbetreuung, Vorlesen bis zum Unterrichten eines Instruments reichen. "Der Fokus liegt ganz klar auf den Kindern", sagt Richter. Keinesfalls seien die Paten Haushaltshilfen oder für die Krisenintervention in Familien zuständig. In Melsungen beispielsweise benötige eine Alleinerziehende mit drei Kleinkindern derzeit Unterstützung und in einer anderen Familie sei die Mutter erkrankt und die Kinder könnten Aufmerksamkeit und Zuspruch gut gebrauchen.

Die Paten seien keine pädagogischen Profis, insofern würden die Hilfsangebote gemeinsam mit Angelika Richter während eines Erstbesuchs besprochen. Danach könnte die Zusammenarbeit frei entwickelt werden - solange, bis eine der Seiten nicht mehr möchte. Völlig freiwillig und kostenfrei. "Es geht uns zudem nicht um Kontrolle oder Einflussnahme. Die Familie hat das Sagen", stellt Richter klar. Gerne könnten sich aber zwischen den Paten und den Kindern Rituale entwickeln und Freundschaften entstehen.

Von Dami D. Dewert

Quelle: HNA

Kommentare