Sigrid Paul zeigt Werke mit Motiven aus der Drei-Burgen-Stadt im Historischen Archiv

Fantastisches Felsberg

Ein Blick auf die Untergasse: Die Künstlerin Sigird Paul hat für dieses Motiv Foto und Zeichnung kombiniert. Fotos: Brandau

Gensungen. Die Räume des historischen Archivs der Stadt Felsberg in der Gensunger Poststraße waren fast zu klein für den Ansturm an Besuchern, der sich zur Ausstellungseröffnung „Fantastisches Felsberg“ eingefunden hatte. Mehr als dreißig Werke der Künstlerin Sigrid Paul sind ausgestellt und sie zeigen ausschließlich Motive aus Felsberg.

Sigrid Laabs, eine Weggefährtin der Künstlerin, sagte in ihrer sehr persönliche Einführung, dass sie gerade als jemand, der nahezu das ganze Leben in Felsberg verbracht habe, einen besonderen Zugang zu den Bildern Sigrid Pauls fände. Manche Felsberger Straßen- und Häuseransichten des historischen Stadtkerns zeigten Spuren der Zeit und der Vernachlässigung. Mit Fantasie habe die Künstlerin sie verändert, verschönert und verfremdet, so dass sie ganz neue Stimmungen beim Betrachter entstehen ließen.

Verwunschene und märchenhafte Gärten und Höfe entdeckt man, wo in der Realität das Unkraut Einzug gehalten hat. Zierliche Häkelgardinen und einladende Sitzmöbel finden sich vor Fenstern und Fassaden, von denen in Wirklichkeit der Putz abbröckelt und Baufälligkeit droht.

Sigrid Paul hat mit zeichnerischen Attributen oder Fotocollagen dem mancherorts morbiden Charme ein fröhliches, witziges und anheimelndes Gesicht verliehen.

Viele Felsberger fanden sich bei näherem Hinsehen auf einem der Bilder wieder. Vor so manchem Werk diskutierten die Ausstellungsgäste über den Entstehungsort. „Das ist Scheffers Hof, das erkenne ich eindeutig,“ beharrte einer der Ortskundigen. Wohin gegen ein anderer Felsberger deutlich Fenges Hof erkennen wollte.

Viele Besucher hatten schnell eine ganz individuelle Beziehung zu einzelnen Bildern hergestellt und waren sehr motiviert, genau dieses Bild zu erwerben.

So waren innerhalb der ersten Stunde der Ausstellung beinahe alle Bilder verkauft.

Die Künstlerin konnte das überwältigende Interesse an ihren Bildern kaum fassen. Der Erlös der Ausstellung kommt der Initiative „Keine Kind ohne Mahlzeit“ zugute. (zbr)

Öffnungszeiten: bis 18. Februar täglich von 10 bis 12 und 17 bis 19 Uhr im historischen Archiv der Stadt Felsberg, Gensunger Poststraße 6.

Von Karin Brandau

Quelle: HNA

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